10 Jahre im Amt - Landrat Dr. Karl Döhler zieht eine Zwischenbilanz

Landrat Dr. Karl Döhler

„Es hat sich wirklich viel verändert, viel bewegt und wir haben heute eine messbar bessere Stimmung in der Region als zu meinem Amtsantritt“, sagt Dr. Karl Döhler, wenn man ihn fragt, wie sich das Fichtelgebirge in den vergangenen zehn Jahren entwickelt hat. Zehn Jahre, in denen er als Landrat eine ganze Reihe von Projekten angestoßen hat und in der die Region enger zusammen gerückt ist. Sein 10-jähriges Dienstjubiläum hat er deshalb für einen kurzen Rückblick auf die wichtigsten Entwicklungen genutzt.

2008 war das Jahr der Weltwirtschaftskrise – eine Zeit, die exportorientierten Regionen wie dem Fichtelgebirge durchaus zugesetzt hat. Nach den massiven Arbeitsplatzverlusten durch den Strukturwandel in den 90er Jahren war in der Region eine kollektive Depression zu spüren. Und auch die Weltwirtschaftskrise hat noch einmal Arbeitsplätze gekostet. Döhler hat den Landkreis in einer schwierigen Situation übernommen. Doch er war sich sicher: die Region Fichtelgebirge ist stark, die Menschen hier haben viele Fähigkeiten und diese gilt es wieder zu „wecken“.

Im Folgenden haben wir die aus der Sicht des Landrates wichtigsten Entwicklungen zusammengefasst.

Wirtschaft und Kommunalfinanzen:

  • Die Arbeitslosigkeit ist in den vergangenen 10 Jahren stetig zurückgegangen, 3000 neue sozialversicherungspflichtige  Arbeitsplätze sind entstanden.
  • Auf das Drängen auch aus dem Fichtelgebirge (und in enger Zusammenarbeit dem Landtagsabgeordneten Martin Schöffel) ist  die Förderoffensive Nordostbayern gepaart mit einem kommunalen Investitionsprogramm aus der Taufe gehoben worden, die bis heute in vielen Bereichen positiv wirkt.
  • Auch höhere Stabilisierungshilfen und Schlüsselzuweisungen haben mehr Geld in die Region gebracht, die Handlungsspielräume eröffnet  haben;  insgesamt sind in den vergangenen zehn Jahren über beide Kanäle insgesamt rund 495 Millionen Euro in die Region geflossen (Schlüsselzuweisungen: rund 380 Millionen, Stabilisierungshilfen: rund 115 Millionen Euro); auch hier hat die gute Zusammenarbeit mit dem Landtagsabgeordneten Martin Schöffel Früchte  getragen.
  • Eine weitere Folge: die Kommunen und auch der Landkreis haben Schuldenabbau betreiben können, der Landkreis selbst hat mehr als 20 Millionen Euro Schulden abgebaut und seinen Schuldenstand von 51,6 Millionen Euro (Stand: 01.01.2008) auf 30,96 Millionen Euro (Stand: 01.01.2018) gesenkt.
  • Es sind Altlasten beseitigt und Industriebrachen rückgebaut oder einer neuen Nutzung zugeführt worden, auch die Leerstands-Offensive hat im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge Positives bewirkt.
  • Auch die Behördenverlagerungen haben sich positiv ausgewirkt; ein Beispiel ist zum Beispiel das Scan-Zentrum am Finanzamt Wunsiedel, auch die Entscheidung für den Bau einer JVA in Marktredwitz ist hier zu nennen, sowie die Einrichtung des Service-Zentrums BayernServer und des Kompetenzzentrums Förderprogramme bei der Landesanstalt für Landwirtschaft (ebenfalls beides in Marktredwitz).
  • Wichtige Eckpfeiler in der Entwicklung des Landkreises waren auch große Investitionen im Bereich Gesundheitstourismus und in der Stärkung der touristischen Infrastruktur.

Demografische Entwicklung

  • Die demografischen Prognosen im Jahr 2008 für das Fichtelgebirge waren verheerend. Nach den Berechnungen  des statistischen Landesamtes war über einen Zeit-raum von 20 Jahren hinweg mit einem Bevölkerungsschwund von -21,4 Prozent, also einem Fünftel der Bevölkerung, zu rechnen gewesen. Zahlen, die viele Menschen in der Region aufgerüttelt haben und  sowohl in der Gesellschaft, aber auch in der Politik und der Wirtschaft Prozesse und Projekte angestoßen haben, die inzwischen erste Erfolge zeigen.
  • Aktuellen Berechnungen zufolge ist das zu erwartende Minus auf 14 Prozent geschrumpft; diesen Weg  gilt es konsequent weiter zu beschreiten.

Stimmung in der Region

  • Wegzukommen vom Kirchturmdenken, das ist im Fichtelgebirge in den vergangenen zehn Jahren eindrucksvoll gelungen. So sehr, dass man damit den damaligen Finanzminister Markus Söder überzeugt hat, der Region mit einem maßgeschneiderten Förderprogramm unter die Arme zu greifen. Bei einem Termin in Thierstein sowie einem gemeinsamen Besuch des Landrats mit allen 17 Bürgermeistern in München  ist  dies gelungen. Ohne Parteipolitik, gemeinsam für eine Region, das hat Söder schließlich überzeugt. Und  bis heute wird dieser Weg weiterbeschritten, was sich aktuell zum Beispiel in der gemeinsamen Imagekampagne #freiraumfürmacher wider-spiegelt.
  • Eine Stimmung, ein WIR-Gefühl, das auch bei den Menschen in der Region an-kommt. Eine positive Einstellung zur Region und ein optimistischer Blick in die Zukunft herrschen vor, das hat aktuell auch eine Studie  der Uni Bamberg mit dem Titel „Raumbilder“ belegt. Eine Mehrheit der Fichtelgebirgler ist der Ansicht, dass  der Ruf der Region heute besser ist  als  vor zehn Jahren; fast Dreiviertel der Befragten geben zudem an, es gäbe mehr Arbeit, die Lebensverhältnisse hätten sich verbessert und der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge gehe einer positiven Zukunft entgegen.
  • Interessant auch: der Begriff Fichtelgebirge ist  bei den Menschen extrem positiv belegt – man empfindet die Region als Heimat und identifiziert sich damit.

Entwicklungen in anderen Bereichen

  • Der Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge steht inzwischen für viele zukunftsträchtige Themen. Er ist Bildungsregion, Gesundheitsregion Plus, MINT-Region, Fair Trade Landkreis oder verfügt über ein Klimaschutzmanagement.
  • Eine große Rolle kommt bei der Weiterentwicklung für Einheimische und mögliche Gäste auch dem Thema Radfahren zu. Ein umfangreiches Radwegekonzept sowie ein immer stärkeres Spielen des Themas im Bereich der touristischen Entwicklung kann man verfolgen und ist auch zukünftig geplant.
  • Mit der Verbesserung der Kommunalfinanzen sind in den vergangenen Jahren auch große Investitionen im Bereich der Schulen und der Kreisstraßen möglich geworden; der Investitionsstau der Vergangenheit ist nahezu aufgearbeitet.
  • Das Europäische Bildungszentrum für das Steinmetz- und Steinbildhauer-Handwerk ist  eine von nur noch vier derartigen Schulen in ganz Deutschland. Seine Zukunft hat man erst zuletzt wieder durch eine Millionen-Investition gesichert; inzwischen greifen Menschen aus ganz Europa auf  die Kompetenz in Sachen Stein hier in der Region zurück
  • Auch die Zukunft des Porzellanikons konnte in den vergangenen zehn Jahren gesichert werden; heute ist es Staatsmuseum und damit hervorragend aufgestellt;  auch das Fichtelgebirgsmuseum wird seit einigen Jahren einer Neuausrichtung unterzogen.
  • Das Klinikum Fichtelgebirge ist und bleibt in kommunaler Hand, viele Millionen sind dort in den vergangenen Jahren investiert worden.
  • Auch den wichtigen Bereich der Digitalisierung hat man im Auge und sich als Landkreis deshalb an der Einrichtung eines Digitalen Gründerzentrums an der Hochschule Hof beteiligt.

Ausblick

„Es ist eine echte Freude mit Menschen umzugehen, die so sind, wie die Menschen im Fich-telgebirge“, sagt Dr. Karl Döhler. „Gemeinsam haben wir in den vergangenen Jahren viel geschafft, wichtige Themen angepackt, in vielen Bereichen aufgeholt und die Stimmung in der Region gedreht. Damit sind wir auf einem guten Weg, denn: passt die Stimmung in einer Region, kommen viele andere Dinge automatisch nach. Unser neues Selbstbewusstsein mit dem wir zum Beispiel in der Kampagne #freiraumfürmacher nach draußen gehen ist hier ein vorläufiger Zwischenstand“, so Döhler weiter. „Wir haben viele gute Weichen für die Zukunft gestellt und genau diesen Weg möchte ich mit den Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises und unseren Nachbarn in den Landkreisen Hof, Kulmbach, Bayreuth und Tirschenreuth weiter beschreiten.“ 

Freiraum für Macher (2)