Heißes Eisen Datenschutz - überwältigendes Interesse der Vereine an Infoveranstaltung

Datenschutzgrundverordnung

Die neue Europäische Datenschutzgrundverordnung rollt auf uns zu, in nicht einmal mehr zwei Wochen tritt sie in Kraft und stellt Firmen, Behörden und nicht zuletzt auch Vereine und ähnliche Organisationen vor juristische Herausforderungen. Kein Wunder, dass die kostenfreie Info-Veranstaltung im Landratsamt Wunsiedel i. Fichtelgebirge so gut angenommen worden ist. Mit rund 170 Teilnehmer ist der Große Sitzungssaal aus allen Nähten geplatzt – das Thema „Ist Ihr Verein für die Datenschutz-Grundverordnung bereit?“ hat die Vereinsvertreter aus dem gesamten Landkreis auf den Plan gerufen.

Das Thema Datenschutz ist natürlich nicht komplett neu. Dass man Daten nur verwendet, wenn man deren Quelle belegen kann, dass Werbung per E-Mail, Telefax oder Telefon nur mit vorheriger Einwilligung des Betroffen erlaubt ist, dass man Daten nicht ohne die Einwilligung des Betroffenen an Dritte weitergeben darf oder dass Betroffene jederzeit  das Recht haben, ihre Daten einzusehen, ist bekannt.

Doch künftig braucht  es eine Person, die sich um die Einhaltung dieser Grundsätze  auch wirklich kümmert. Jeder Verein, in dem mindestens 10 Personen regelmäßig Daten verarbeiten, braucht ab sofort einen Datenschutzbeauftragten. Seine Aufgabe wird folgendermaßen beschrieben: “ der Datenschutzbeauftragte trägt bei der Erfüllung seiner Aufgaben dem mit den Verarbeitungsvorgängen verbundenen Risiko gebührend Rechnung, wobei er die Art, den Umfang, die Umstände und die Zwecke der Verarbeitung berücksichtigt“. Heißt im Klartext, setzt er die neue Grundverordnung nicht um, kommen im schlimmsten Fall auf die Vereine hohe Strafen zu.

Dabei hat der Datenschutzbeauftrage deutlich mehr Pflichten als bisher. So braucht jeder Verein ein Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten (Muster sind beim Bayerischen Landesamt für Datenschutz erhältlich), und der Verein muss seine Mitglieder über die Speicherung ihrer Daten informieren. Verstöße sind binnen 72 Stunden an die Datenschutz-Aufsichtsbehörde zu melden, die unberechtigt erhobenen Daten müssen dann unverzüglich gelöscht werden; und vieles, vieles mehr.

„Gute Zusammenfassungen mit Hinweisen und Dokumenten speziell für Vereine bietet auch das Bayrische Landesamt für Datensicherheit an“, diesen Rat geben die Ehrenamtskoordinatorin im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge, Elisabeth Golly, und die Vertreter der Hanns-Seidel-Stiftung, die den Abend gemeinsam organisiert haben. Und sie appellieren an die Vereine: „Nutzen Sie die Gelegenheit und informieren Sie sich! Die Zeit drängt.“

Freiraum für Macher (2)