JuKu-Mobil geht an den Start

Im Januar 2019 beginnt das einzigartige Modellprojekt einer mobilen Jugendkunstschule im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge

JuKu-Projektmanager

Bild: Die Leiterin des Jugendamts Sandra Wurzel, Projektleiter Stefan Frank, Sozialplanerin Sarah-Alena Thoma und Kreisjugendpfleger Martin Reschke (von links) vor dem zukünftigen Büro des JuKu-Mobils am Marktplatz von Wunsiedel

Stefan Frank, Kultur-Macher aus Wunsiedel und ab Januar 2019 Projektmanager des Jugend-Kunst-Mobils (JuKu-Mobils) freut sich: „Ich bin überzeugt, dass dieses mobile Angebot kultureller Bildung genau das Richtige für unsere Region ist.“ Von Anfang 2019 bis Ende 2021 wird ein Kleinbus im Landkreis Wunsiedel i.F. unterwegs sein, um dort zusammen mit Kooperationspartnern vor Ort qualitativ hochwertige kunst- und kulturpädagogische Angebote durchzuführen. An Bord des JuKu-Mobils: ein Künstler oder eine Künstlerin der Region, der oder die den Workshop durchführt sowie jede Menge Material auf der großen Ladefläche – angefangen von Leinwänden über Kameras bis hin zu Spraydosen und Druckwerkzeugen. Was man damit machen kann? Workshops, Projekte und Kurse wie Stop-Motion-Filmworkshops, Experimentierwerkstätten, Graffiti-Projekte, Buchdruck und vieles mehr. Dabei stehen die Prinzipien ganzheitlicher, non-formaler, künstlerisch-kreativer Bildung wie Lebensweltorientierung, Partizipation, Spartenvielfalt, Ergebnisoffenheit und Selbsttätigkeit im Vordergrund. Junge Menschen können sich im Rahmen von „JuKu-Mobil“ auf vielfältige Weise mit ihren eigenen Interessen und Wünschen in ihrem „Lebensraum Fichtelgebirge“ produktiv auseinandersetzen.

Förderung durch Bundes- und kommunale Mittel

Ob in Schulen, Jugend- und Bürgertreffs oder bei Dorffesten – das JuKu-Mobil bringt Angebote kultureller Bildung direkt zu den Menschen. Das Argument, „wenn die Kinder nicht zur Kunst kommen können, kommt die Kunst eben zu den Kindern“, überzeugte auch das Team des Kreisjugendamts Wunsiedel i.F., das sich auf die Ausschreibung des LJKE Bayern e.V. – Landesverband der Jugendkunstschulen und Kulturpädagogischen Einrichtungen – bewarb ­und den Zuschlag erhielt. Der LJKE, Initiator des Projekts, freut sich, mit seiner Konzeption das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in der Ausschreibung LANDKULTUR überzeugt zu haben. Unter 900 Bewerbungen ist das JuKu-Mobil eines von 300 geförderten Projekten. Gleichzeitig wäre das Projekt in dieser Form und Vielfalt nicht möglich ohne die großzügige finanzielle, personelle und ideelle Unterstützung durch den Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge.

Kulturelle Bildung als weicher Standortfaktor

Das JuKu-Mobil bringt kulturelle Bildung in Form von Jugendkunstschulformaten in den Landkreis Wunsiedel i.F. und macht kulturpädagogische Angebote so für eine breite Gruppe – v.a. für Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene – zugänglich. Es ist ein wichtiger Baustein, um möglichst vielen LandkreisbewohnerInnen ein flächendeckendes, professionelles und kontinuierliches kulturelles Angebot zur Verfügung zu stellen. Unkomplizierte, wohnortnahe und kostenlose oder günstige Teilnahmemöglichkeiten schaffen niedrigschwellige Zugänge zu kultur- und kunstpädagogischen Angeboten.

Damit will das Projekt zu mehr kultureller Teilhabe in einer ländlichen Region verhelfen und einen Beitrag leisten für „gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern“ – so auch der Titel der Kommission des bayerischen Landtags, die 2018 ihren Abschlussbericht vorlegte. Beim Fachtag des Bundes- und Landesverbandes der Jugendkunstschulen bjke und LJKE im März diesen Jahres in Nürnberg unterstrich der Landtagsabgeordnete Markus Ganserer dieses Argument: „Jugendkunstschulen sind wichtige weiche Standortfaktoren vor allem für junge Menschen in ländlichen Räumen“.

Auftaktveranstaltung und erste Schritte

Zunächst wird der JuKu-Mobil-Projektmanager Stefan Frank sich in den ersten Wochen des neuen Jahres darum kümmern, das Projekt bekannt zu machen: Entwicklung eines Logos, Erstellung von Flyer und Poster. Die Gestaltung des Busses soll unter Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen erfolgen, schließlich sind diese die Hauptzielgruppe des Projekts. Gleichzeitig startet die Vernetzung der Akteure kultureller Bildung in der Region. Dazu gehören KünstlerInnen, PädagogInnen, Schulen und weitere Bildungseinrichtungen, aber auch Kinos, Altenheime, Werkstätten – jeder, der sich angesprochen fühlt, ist herzlich eingeladen, mit dem JuKu-Mobil in Kontakt zu treten. Auch die weitere Akquise von Förderern dieses gemeinnützigen Projekts wird einen Teil von Herrn Franks Arbeit ausmachen. Die Initiatoren hoffen,  auch Sponsoren unter den lokalen Unternehmen zu finden, die in der Arbeit des JuKu-Mobils einen echten Zugewinn für die Attraktivität der Region sehen und dessen weiteren Ausbau unterstützen. 

Einen ersten Eindruck vom JuKu-Mobil können sich alle Interessierte bei der Auftaktveranstaltung am Nachmittag des 22. Februar 2019 machen: im Rahmen eines Festes wird das Fahrzeug feierlich eingeweiht und bei verschiedenen Workshops kann man sich auch schon ein Bild über die Angebote des Projekts machen, Projektbeteiligte kennenlernen und Kontakte knüpfen.

© LJKE Bayern e.V., E-Mail
Fotos und weitere Informationen: www.ljke-bayern.de