Strategiekonferenz „Fichtelgebirge 2020“ – das Kreisentwicklungskonzept auf dem Prüfstand

Mitgestalten an der Zukunft des Fichtelgebirges – von diesem Angebot haben im Herbst 2014 viele Menschen Gebrauch gemacht. In vier Workshops in Marktredwitz, Selb, Weißenstadt und Wunsiedel haben sie ihre Ideen für das Fichtelgebirge zusammengetragen, Ziele formuliert und Projekte und Maßnahmen, die auf dem Weg dorthin umzusetzen sind, ersonnen. Das Ergebnis: das Kreisentwicklungskonzept „Fichtelgebirge 2020“. Ein Plan zur Regionalentwicklung, zukunftsorientiert und sehr umfangreich.

Fünf große Entwicklungsziele umfasst das Konzept: Demografie, Tourismus, Wirtschaft und Image, Innenentwicklung und Versorgung sowie Energie und Umwelt. Jeder Teilbereich ist in weitere Handlungsziele unterteilt worden und aus diesen wurden 46 Maßnahmen abgeleitet, die umgesetzt werden sollten. Seit inzwischen drei Jahren arbeiten viele Akteure daran; um die im Konzept selbstgesteckten Ziele zu erreichen, wurde seitdem eine Vielzahl an Projekten in Angriff genommen und umgesetzt.

Im Bereich Demografie sollte beispielsweise ein Konzept zur strategischen Entwicklung der Jugendarbeit erstellt werden. Darin enthalten wichtige Themen wie die Sozialplanung, aber auch die Durchführung regelmäßiger Jugendkonferenzen. Auch eine Anlaufstelle für die vielen Ehrenamtlichen im Landkreis oder der Aufbau einer Seniorengemeinschaft sind hier zu nennen. Unter anderem sollten aber auch die überregional bedeutenden Bildungseinrichtungen weiter attraktiviert werden (z.B. Ausbau EFBZ Stein in Wunsiedel).

Im Bereich Tourismus hat das Konzept vor allem das Thema Radfahren in den Fokus gerückt. Der Ausbau eines Radwegekonzeptes, die stärkere Unterstützung der regionalen Tourismuszentrale oder die Planung eines Mountainbike-Zentrums am Kornberg hat man angepackt. Weitere Themen waren auch eine Neuausrichtung der Fichtelgebirgsmuseen sowie eine tiefgreifende Analayse der touristischen Infrastruktur.

Im Bereich Wirtschaft und Image hat das Konzept einen klaren Schwerpunkt beim Thema Regionalmarketing. Eine Studie darüber, wie das Fichtelgebirge wahrgenommen wird, hat hier Erkenntnisse geliefert und die Imagekampagne #freiraumfürmacher ist aus der Taufe gehoben worden. Aber auch die Einrichtung eines digitalen Gründerzentrums und eine Umfrage unter den Unternehmen der Region, um diese noch besser unterstützen zu können waren Teil des Konzepts. Und nicht zuletzt stehen in diesem Teilbereich die Unterpunkte: Existenzgründer- und Fördermittelberatung oder die Fachkräftesicherung auf der Agenda.

Im Bereich der Innenentwicklung und Versorgung ist die vielgenannte Förderoffensive Nordbayern auf dem Plan. Das Ziel: Brachen und Leerstände beseitigen und zeitgemäßen Wohnraum, sowie Gewerbeflächen zu schaffen. Ein weiterer Schwerpunkt bildet aber auch die Neukonzeption des ÖPNV, sowie die Sanierung und der Ausbau der Kreisstraßen. Und nicht zuletzt spielt das Thema Gesundheit eine große Rolle. Das Fichtelgebirge hat sich als Gesundheitsregion plus zertifizieren lassen, akquiriert aktiv Ärzte für den ländlichen Raum und hat im Bereich Telemedizin ein Modellprojekt umgesetzt, das die Versorgung von Patienten im ländlichen Raum völlig neu gestalten könnte.

Im Bereich Energie und Umwelt bildet der Klimaschutz einen Schwerpunkt. Ein Klimaschutzmanagement wurde aufgesetzt, das auch die entsprechenden Beratungsleistungen anbietet. Zudem setzt man hier auf Themen wie naturverträglichen Tourismus oder Emobilität. Zukunftsthemen, an denen sicher auch in den kommenden Jahren gearbeitet werden muss.

Viel ist also passiert in den vergangenen drei Jahren. Drei Jahre, in denen sich unser Landkreis aber auch weiterentwickelt und verändert hat. Aus diesem Grund ist es an der Zeit, den eingeschlagenen Weg gemeinsam auf den Prüfstand zu stellen und eine Zwischen-Evaluierung vorzunehmen. Passt die Landkreisstrategie noch? Was haben wir erreicht? Welche Potenziale können wir neu bearbeiten? Wo besteht Bedarf, den bestehenden Projekt- und Maßnahmenplan anzupassen?

Fragen, die mit den Personen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen, die den Prozeß von Anfang an begleitet haben (sogenannte Stakeholder) geklärt werden sollen. Diese hatte Landrat Dr. Karl Döhler zur Strategiekonferenz „Fichtelgebirge 2020“ letzten Freitag ins Landratsamt eingeladen. Die Resonanz ist gut. „Wir freuen uns, dass so viele Menschen im Fichtelgebirge an diesen bedeutenden Themen mitarbeiten.“, sagt Döhler. „Ich freue mich auf wichtige Anregungen, angeregte Diskussionen und weitere zukunftsorientierte Ergebnisse“.