Türkische Studenten am Steinzentrum Wunsiedel

Türkische Studenten am EFBZ in Wunsiedel

Das Europäische Fortbildungszentrum für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk in Wunsiedel pflegt die Partnerschaft mit der Universität Izmir

„Hoş geldiniz!“ – „Herzlich willkommen!“

Landrat Dr. Karl Döhler und Erwin Hornauer, Leiter des Europäischen Fortbildungszentrums, begrüßen Studenten aus Torbali, der türkischen Partnerstadt des Landkreises Wunsiedel. Die Dokus Eyül Universität in der Türkei, zu Deutsch „Universität des 9. September“, ist eine staatliche Universität in Izmir. Eine von 10 Fakultäten befindet sich in der Partnerstadt des Landkreises Wunsiedel. Diese nennt sich „Torbali Meslek Yüksekokulu“ und befasst sich mit Gesteinstechnologie, Bildhauerei, Mosaiktechniken und Denkmalpflege.

Die Partnerschaft mit dem Kompetenzzentrum für das Steinmetzhandwerk in Wunsiedel hat sich vor Jahren entwickelt. Hier vertiefen junge Fachleute in Workshops ihre Erfahrungen und Fertigkeiten in der Steinbearbeitung. Bei der praktischen Arbeit im Fortbildungszentrum und bei verschiedenen Exkursionen, zum Beispiel zur Dombauhütte in Regensburg, lernen sie die Feinheiten der Steinbearbeitung kennen. Die Studenten sind vor allem von der Bautechnik der gotischen Kathedrale fasziniert. Begeistert sind die türkischen Besucher aber auch vom Wunsiedler Felsenlabyrinth oder den Seen und Steinbrüchen im Fichtelgebirge.

Auch der „Türkische Garten“ in Wunsiedel wird besichtigt. Seit 1984 gibt es einen Jugendaustausch zwischen Wunsiedel und Torbali. In diesem Zusammenhang wurde 2010 vor dem Landratsamt in Wunsiedel diese Gartenanlage errichtet und 2012 mit einem „Osmanischen Brunnen“ ergänzt. Entsprechend dazu gibt es in Torbali einen „Deutschen Garten“ mit einer Nachbildung des Koppetentorbrunnens aus Wunsiedel.

Für die meisten Studenten und ihrem Lehrer Tamer Ersoy endet das Besuchsprogramm nach einer Woche. Doch drei Studenten bleiben wieder für ein einmonatiges Praktikum in Wunsiedel und arbeiten hier in den Werkstätten des Fortbildungszentrums mit fachlicher Unterstützung durch den Lehrer Jürgen Richter. Sie lernen die Grundlagen der Steinbearbeitung mit verschiedenen Werkzeugen, unterschiedliche, auch historische Oberflächenbearbeitungen, sowie die Bildhauerei kennen. Auch in ihrer Freizeit bilden sie sich weiter. Sie besuchen unterschiedliche Städte um mehr über die Architektur und Baugeschichte zu erfahren. Aber natürlich kommt der Spaß auch nicht zu kurz, wenn sie mit Erwin Hornauer, dem Leiter des Bildungszentrums Wirtshausmusik erleben oder mit den Steinmetzlehrlingen Tischtennis oder Billard spielen.

Immer wieder sind ausländische Schüler, Studenten und Professoren am Steinzentrum Wunsiedel um sich weiterzubilden. So vertiefte der ägyptische Bildhauer und Professor Dr. Mohamed Naguib hier sein Wissen über die Granitbearbeitung und Studenten absolvieren ihr halbjähriges Erasmus+-Praktikum in Wunsiedel.

Das Europäische Fortbildungszentrum ist seit langem als Qualitätsbegriff in der Fachwelt etabliert. Die Verbindung von Ausbildung, Weiterbildung, Fortbildung, Dokumentation, Information und Dienstleistung ist das Alleinstellungsmerkmal und trägt zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit anderen Institutionen bei.

Auch mit dem Deutschen Natursteinarchiv, der Gesteinsprüfung und der Beratung zu Themen handwerklicher Denkmalpflege hat sich Wunsiedel weit über die Grenzen Deutschlands hinaus einen Namen gemacht und Anerkennung erworben.

Weitere Informationen unter www.efbz.de