Vier Monate #freiraumfürmacher

nach dem öffentlichkeitswirksamen Aufschlag geht es nun an die Akquise von Fachkräften

FreiraumfuerMacher Wuerfel

Vor genau vier Monaten (03.03.2018) hat der Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge die Imagekampagne #freiraumfürmacher mit einer öffentlichen Kick-Off-Veranstaltung in Kirchenlamitz gestartet. Das Ziel der ersten Phase: die Menschen in der Region mit auf die „Reise“ zu nehmen und außerhalb der Region mit dem Fichtelgebirge wahrgenommen zu werden; zu zeigen, was das Fichtelgebirge zu bieten hat, und das modern und ein bisschen frech, in der Sache aber fundiert und mit guten Argumenten.

Unser Fazit: an den Aktionen, die das Team aus dem Landratsamt zusammen mit der Agentur Jahreiss umgesetzt hat, kam man in München nicht vorbei. Doch warum ausgerechnet München? Gewählt hat man die bayerische Landeshauptstadt nicht zwingend, weil man sich dort das größte Potential an „wechselwilligen“ Menschen erhofft. München versprach schlichtweg das größte öffentliche Aufsehen für diesen ersten Aufschlag der Kampagne, der rundum gelungen ist.

„Eine provokante Performance …“, „Leben wie ein König, statt wie ein Käfighuhn …“, „Münchner sollen ins Fichtelgebirge …“ – so und so ähnlich war es überregional zu hören und zu lesen. Süddeutsche Zeitung, Bayerischer Rundfunk in Radio und TV, Münchner Abendzeitung, Nürnberger Nachrichten, Deutsche Presseagentur, das Hohenloher Blatt aus Baden-Württemberg; die Liste der Medien, die in ganz Bayern und darüber hinaus über die Imagekampagne berichtet haben, ist lang. Und auch im Fichtelgebirge selbst sind die Resonanzen positiv. „Endlich trauen wir uns mal was …“, war der Tenor, der bei vielen Gesprächen herauszuhören war und ist. Erste Orte außerhalb des Landkreises (ein Beispiel: Bischofsgrün) überlegen, sich der Kampagne anzuschließen, und erste Unternehmer aus der Region haben sich bereits hinter die Kampagne gestellt und das Logo in Ihre Kommunikation eingebaut. Andere planen, sich in eigenen Inhouse-Schulungen für das Thema und wie sie davon profitieren können einarbeiten zu lassen.

Einige Kommunen haben das Logo ebenfalls schon übernommen und werden demnächst auch Willkommensschilder im #freiraumfürmacher-Design an ihren Rathäusern anbringen. Erste Privatpersonen haben sich entschieden, Ihre Autos mit der Werbung für die Kampagne bekleben zu lassen und bei den verschiedenen Heimatfesten sind die Macher der Kampagne mit Infoständen vor Ort. Das Ziel: Menschen, die aus dem Fichtelgebirge stammen und zu diesen Terminen zurückkommen, gezielt anzusprechen.

Dieser Erfolg des Auftakts von #freiraumfürmacher soll sich nun verstetigen und weitere Früchte tragen. Das wesentliche Ziel der Kampagne ist es – neben der Imagebildung für das Fichtelgebirge – Fachkräfte und potentielle Gründer in die Region zu locken. Und genau da setzt man in den kommenden Monaten an, und arbeitet derzeit intensiv an einer langfristigen Strategie für das Projekt. Mit zielgruppenorientierter Online-Werbung oder auch dem gezielten Nutzen von Stellenmärkten oder Job-Portalen, um „wechselwillige“ Menschen ausfindig zu machen und in der Folge passgenau ansprechen zu können. Die regionale Wirtschaft hat man dabei mit im Boot, das Digitale Gründerzentrum Einstein1 aus Hof ist an der Weiterentwicklung intensiv beteiligt und auch verschiedene Kreativ-Agenturen aus dem Fichtelgebirge sollen erneut ihr Wissen einbringen können.

Zudem wird man die Plexiglas-Würfel in diesem Jahr noch in weitere Großstädte schicken. Denn was in München den Nerv getroffen hat, wird auch dort funktionieren, davon sind die Macher aus dem Fichtelgebirge überzeugt.

Um die Menschen, die durch all diese Maßnahmen auf das Fichtelgebirge aufmerksam wer-den noch kompakter informieren zu können, arbeitet man auch an einer Weiterentwicklung der bestehenden Homepage www.freiraumfuermacher.de. Sie soll mit vielen nützlichen Infos aus den beteiligten Kommunen schrittweise angefüttert werden. Neue Macher-Stories sollen das Portal zudem abwechslungsreich halten und weiter aufwerten. Im Landratsamt selbst steht die Willkommensagentur bereit um eingehende Anfragen zu bearbeiten. Mit Katharina Hupfer wartet eine Ansprechpartnerin auf mögliche Interessenten, die eine helfende Hand in allen Bereichen anbietet – sei es bei der Jobsuche, bei der Suche nach einem Kindergarten- oder Bauplatz oder bei der Vermittlung zu Kontakten von Vereinen oder anderen Netzwerken, die Zuzüglern nützlich sein können. Erste Anfragen gibt es bereits jetzt, und für die kommenden Monate geht man von weiter steigenden Zahlen aus.

Es bleibt also viel zu tun – auch in Zukunft. Denn eines ist klar: #freiraumfürmacher ist auf  Jahre hinaus angelegt und auf langfristige Erfolge. „Mit einer Eintagsfliege ist uns hier im Fichtelgebirge nicht geholfen“, so Landrat Dr. Karl Döhler. Der Landrat, der dem Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge seit 10 Jahren vorsteht, weiß genau wovon er spricht. Das Schreckgespenst des demografischen Wandels begleitet ihn seit seinem Amtsantritt. „Damals sind Statistiker von einem drohenden Bevölkerungsschwund von über 20 Prozent aus-gegangen. Diese Entwicklung haben wir bereits bremsen können, so dass die jüngste Erhebung immerhin ein Minus von „nur“ 15  Prozent errechnet hat. Ich bin mir sicher, die nächsten Zahlen werden erneut besser ausfallen.“, so Döhler. „Es ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen sein wird. Aber wir tun alles dafür, die bereits erkennbare Trendwende weiter fortzuführen.“

Logo - Freiraum für Macher