Bauarbeiten auf der B303 am Sichersreuther Berg – Verkehrsfreigabe zum Wochenende

Bereits am Freitag, oder wenn das Wetter nicht ganz so mitspielt am Samstag, kann der Verkehr auf der B303 am Sichersreuther Berg wieder rollen. Die Fräsarbeiten sind beendet, die Markierungsarbeiten auf der Zielgeraden.

„Uns ist klar, dass eine Baustelle auf einer derartig vielbefahrenen Strasse eine Belastung für alle Verkehrsteilnehmer ist. Aber der Fahrbahnbelag war nicht mehr griffig. Die Straßendecke abzufräsen war nötig, um die Verkehrssicherheit aufrecht erhalten zu können“, sagt Landrat Dr. Karl Döhler. „Wir sind froh, dass das Staatliche Straßenbauamt in Bayreuth diese Sofort-Maßnahme ergriffen hat. Sie hilft uns, die Zeit bis zum kommenden Jahr, in dem der Straßenbelag komplett erneuert werden soll, sicher zu überbrücken.“

Wegen der fehlenden Griffigkeit des Belags hatte man die zulässige Höchstgeschwindigkeit bereits auf 60 km/h reduzieren müssen. Im Zuge der nötigen Fräßarbeiten haben wir auch die Gelegenheit genutzt, um die Sicherheit der Strecke weiter zu erhöhen. Denn: die B303 im Bereich des Sichersreuther Berges ist seit Jahren einer der Unfallschwerpunkte im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge. Besonders viele Unfälle passieren im Gegenverkehr, weil die vier Fahrstreifen den heutigen Ansprüchen an eine Bundesstraße schlichtweg nicht mehr genügen. Die Fahrzeuge werden zunehmend breiter und hält ein Fahrzeug nicht konsequent die Spur setzt sich eine Kettenreaktion in Gang, die nicht selten in einer Kollision endet.

„Aufgrund dieser räumlichen Enge am Sichersreuther Berg haben wir uns nach reiflicher Überlegung und in enger Abstimmung mit Polizei und Staatlichem Bauamt entschieden, die Zahl der Fahrstreifen zu reduzieren. Auf einer relativ kurzen Strecke ändern wir die Verkehrsführung. Wir erwarten uns davon eine deutliche Verbesserung der Sicherheit in dem heiklen Kurvenbereich am Sichersreuhter Berg“, erklärt Landrat Dr. Karl Döhler.

Mit dem Modell der dreispurigen Fahrbahn schafft man für alle Verkehrsteilnehmer mehr Raum. Unfälle im Gegenverkehr sollen damit minimiert werden. „Rückwirkend gesehen hatten die Planer der Straße offenbar recht. Die B303 ist schon im Jahr 1978 mit lediglich drei Spuren geplant gewesen. Doch wurde sie später vierspurig markiert. Heute reicht ein einfaches Rechenbeispiel um zu zeigen, dass vier Spuren auf diesem kurzen Teilabschnitt ein Risiko darstellen. Die Fahrbahnbreite in eine Richtung beträgt für 2 Spuren teilweise nur 6 Meter. Bedenkt man, dass ein moderner LKW eine Breite von 2,55 ohne Spiegel aufweist, wird klar, wie eng es wird, wenn 4 Fahrzeuge gleichzeitig nebeneinander auf der Straße unterwegs sind. Wir mussten handeln und sind uns sicher, dass diese Änderung der Verkehrsführung auf lange Sicht die Unfallzahlen in diesem kurzen Streckenabschnitt verringern wird“, so Döhler abschließend.

Döhler weiter: „Die gute Nachricht: mit der Freigabe der neuen Verkehrsführung ist auch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h Geschichte. „ Wir möchten den Verkehrsfluss in diesem Bereich nicht unnötig behindern. Nach Abschluss der Arbeiten ist auf der B303 wieder Tempo 100 erlaubt. Am Sichersreuther Berg müssen Fahrzeuge jetzt nur noch direkt an den Ausfahrten, und damit auf kürzerer Strecke als bisher, ihre Geschwindigkeit auf 80 km/h reduzieren.“

Hintergrundinformation:

Nach dem Umbau entspricht die B303 am Sichersreuther Berg der Entwurfsklasse 1 für Landstraßen (= Bundes-, Staats- und Kreisstraßen). Dabei handelt es sich um die aktuell höchste Klasse für Landstraßen. Diese sieht drei Fahrstreifen mit einem großzügigen Trennstreifen in der Mitte sowie breiten Banketten vor, die im Falle einer Panne an einem Fahrzeug dazu führen sollen, dass die Verkehrsbehinderungen auf den vorhandenen Fahrstreifen gering bleiben.

B303 - 3D Entwurf