Einer für viele – Zentraler Datenschutzbeauftragter hat die Arbeit aufgenommen

Dass sich jemand freiwillig mit dem Thema Datenschutz auseinandersetzt, mag überraschen. Denn landauf, landab wird dieser Bereich spätestens seit der Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) als sperrig und vielleicht sogar belastend empfunden. Doch die Einführung der DSGVO hat mindestens eine Tatsache mit sich gebracht, von der alle im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge profitieren: die Einführung eines Zentralen Datenschutzbeauftragten, der im Landratsamt ansässig ist. Denn dass es eine solche Stelle in jeder öffentlichen Einrichtung geben muss, ist seitdem gesetzlich geregelt.

Im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge heißt er Benjamin Preiß (26), ist seit rund 10 Jahren für den Landkreis tätig und hat vor wenigen Wochen die Arbeit in neuer Funktion aufgenommen. In seiner Eigenschaft als Zentraler Datenschutzbeauftragter ist er nicht nur für das Landratsamt tätig, sondern auch für nahezu alle Kommunen im Landkreis, die er mit betreut. Darüber hinaus ist er auch Ansprechpartner für die dem Landkreis angeschlossen Institutionen und für jeden Bürger und jede Bürgerin. Die Vorteile eines solchen Zentralen Datenschutzbeauftragen liegen auf der Hand: Kommunen, Landkreis und die angeschlossenen Institutionen sparen sich Kosten. Zudem garantiert ein Datenschutz aus einer Hand auch einheitliche Standards, die den Bürger*innen Verlässlichkeit und Sicherheit liefern. Und es schafft auch Transparenz, denn Benjamin Preiß hat die Aufgabe, dass jeder Einwohner im Landkreis nachvollziehen kann, welche seiner Daten zu welchem Zweck gespeichert werden und was damit passiert. Das Vertrauen in den Datenschutz ist zuletzt durch eine Reihe von Skandalen und Datenpannen gründlich erschüttert worden; das genau diese Dinge im Fichtelgebirge nicht passieren können, dafür soll auch der Zentrale Datenschutzbeauftragte im Landkreis sorgen.

Die Anfragen lassen nicht auf sich warten: Wie verhält es sich mit dem Datenschutz bei Veranstaltungen? Wann ist eine Videoüberwachung zulässig und wann nicht? Wie müssen meine allgemeinen Geschäftsbedingungen formuliert sein? Welche datenschutzrechtlichen Konsequenzen hat es für mich, wenn ich zum Beispiel für einen Bürgerentscheid unterschreibe – wo landen die personenbezogenen Daten, die ich dafür abgeben muss? Oder was ist zu tun, wenn doch mal eine Datenschutzpanne passiert? Die Nachfragen kommen aus vielen und berühren viele Bereiche.

„Genau deshalb ist der Datenschutz ein hochinteressantes Feld und ich möchte gern einen Beitrag leisten um die damit verbundenen Herausforderungen zu bewältigen.“, sagt Benjamin Preiß. Und er ist sich sicher: „Aktuell macht die Umsetzung der DSGVO schon noch Probleme – gerade zum Beispiel bei Vereinen. Aber: viele Dinge müssen nur einmal angepackt werden. Wenn das geschafft ist, wird auch hier wieder vieles in ruhigeren Bahnen verlaufen.“