EU Förderprojekte im Überblick - Für projekte im landkreis fließen mehr als 7,5 millionen euro

In wenigen Wochen findet die Europawahl statt. Nicht jeder kann mit dem Stichwort Europa etwas anfangen – viele empfinden die Europapolitik als zu weit weg. Doch auch wir hier im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge profitieren von Europa. Und das vielleicht mehr, als vielen Bürgerinnen und Bürgern bewusst ist. So sind allein in der vergangenen Förderperiode mehr als 7,5 Millionen Euro an Fördergeldern in den Landkreis geflossen. Viele Projekte würde es ohne diese finanzielle Unterstützung nicht geben.

Ein Projekt von dem Einheimische und Touristen profitieren werden, ist zum Beispiel die Überarbeitung des  Radwegenetzes durch den Naturpark Fichtelgebirge. Knapp 390.000 Euro der insgesamt fast 640.000 Euro Gesamtkosten übernimmt hier die EU. Von dem Geld wird bis ins kommende Jahr hinein das Radwegenetz in der  Region an moderne Qualitätsstandards angepasst. Dabei werden Routen neu geplant und bestehende Wege neu und übersichtlicher ausgeschildert, Übersichtstafeln werden aufgestellt und mit einer Radfahrkarte sowie einer App ergänzt.

Ebenfalls ohne EU-Gelder undenkbar wäre im Fichtelgebirge die erfolgreiche Regionalmar-ketingkampagne #freiraumfürmacher. Angeschoben haben auch hier Fördergelder aus Brüssel; rund 100.000 Euro und damit die Hälfte der Gesamtinvestition. Mit der Kampagne macht das Fichtelgebirge nun seit fast eineinhalb Jahren eindrucksvoll auf sich aufmerksam und verfolgt damit das Ziel, Fachkräfte, Gründer und Zuzügler ins Fichtelgebirge zu locken. Wer sich für das Fichtelgebirge interessiert, wird dabei von der Willkommensagentur Fichtelgebirge in Empfang genommen. Die Stelle am Landratsamt berät Neubürger und potentielle Zuzügler, ist Ansprechpartner und Kontaktvermittler. Auch die Willkommensagentur ist EU-gefördert. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf fast 210.000 Euro, knapp 122.000 davon sind europäische Fördergelder.

Mehr als eine halbe Million fließt auch in den Ausbau der historischen Kellergasse in Wunsiedel. 11 ehemalige Brauerei- und Lagerkeller in Wunsiedel ältestem Bürgerpark am Katharinenberg werden dabei zu Fledermaus-Quartieren umgebaut. Das Projekt kommt nicht nur den Tieren zu Gute. Durch die Maßnahmen wird auch der Bürgerpark aufgewertet, es entsteht eine informative Anlaufstelle nicht nur für Naturschützer, sondern für die breite Öffentlichkeit. Die Gesamtkosten für das Projekt liegen bei rund 590.000 Euro. Und auch der Wunsiedler Marmor wird dank einer EU-Förderung nicht in Vergessenheit geraten. Gut 33.000 der insgesamt 70.000 Euro, die dafür investiert werden, kommen aus Brüssel. Für die Informationstafeln und Übersichtskarten wurde umfangreich recherchiert und kartiert, zudem soll eine Broschüre über Geschichte und Verwendung des seltenen Gesteins entstehen.

Auch die Euregio Egrensis vermittelt über den Weg der Kleinprojekte-Förderung mehrere hunderttausend Euro aus EU-Töpfen in den Landkreis. EU-Gelder ermöglichen zum Beispiel ein Austauschprojekt zwischen dem Kindergarten in Schirnding und dem im tschechischen Eger; aber auch die Schüleraustauschprojekte mit ökologischer Ausrichtung der Ökologischen Bildungsstätte Burg Hohenberg werden finanziell unterstützt. Ebenso in kulturelle Projekte fließen EU-Fördergelder. Für Aufsehen weit über Wunsiedel hinaus haben vergangenes Jahr die Wasserspiele des Bürgerforums Wunsiedel gesorgt. Auch sie konnten nur durch Gelder aus dem Interreg-A-Förderprogramm Bayern-Tschechien umgesetzt werden. Die evangelische Jugend Marktredwitz hat finanzielle Unterstützung für ihren Kinderkirchentag bekommen, aber auch in Projekte der Fichtelgebirgsmuseen oder der Egerland-Kulturhausstiftung sind EU-Gelder über die Euregio geflossen.

Weitere Projekte, die nur mit einer großzügigen Förderung der Europäischen Union im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge umgesetzt werden konnten, haben andere Partner auf den Weg gebracht. Beispielsweise die Energievision Frankenwald oder die Wirtschaftsregion Hochfranken sind hier zu nennen. Auch die großen Investitionen im Kräuterdorf Nagel konnten nur auf der finanziellen Grundlage der EU-Förderung getätigt werden.

Landrat Dr. Karl Döhler: „Die Europäische Union nimmt auf unseren Alltag unmittelbaren Einfluss. Sie unterstützt uns als Geldgeber und lenkt auch unser tägliches Leben hier im Fichtelgebirge in vielerlei Hinsicht. Ich halte es deshalb für unerlässlich wichtig, dass die Bürgerinnen und Bürger aus unserem Landkreis die Chance, zur Wahl zu gehen, nutzen. Es ist eine wichtige Möglichkeit auch die Zukunft unseres Landkreises positiv zu beeinflussen. Ich bitte Sie deshalb – gehen Sie am Sonntag, den 26. Mai, zur Wahl.“