Förderbescheid übergeben: „Smartes Fichtelgebirge“ macht den Weg für Millioneninvestitionen frei

Nun hat man es schwarz auf weiß – das Fichtelgebirge kann sich in den kommenden Jahren im Bereich der Digitalisierung zu einer Vorreiter-Region entwicklen. Heute (03.09.) hat Landrat Dr. Karl Döhler in Berlin den entsprechenden Förderbescheid aus  den Händen von Bundesinnenminister Horst  Seehofer entgegen genommen.

Bescheidübergabe durch Horst Seehofer an Landrat Dr. Karl Döhler

Übergabe des Förderbescheids durch Bundesinnenminister Horst Seehofer an Landrat Dr. Döhler

Das Thema Digitalisierung hat man im Fichtelgebirge bereits seit längerem als Chance  erkannt. Dabei geht es aber nicht darum, den Menschen in der Region Abläufe und Programme „aufzudrücken“. „Wir wollen uns nicht in den Dienst der Digitalisierung stellen“, sagt Landrat Dr. Karl Döhler. „Es geht vielmehr darum, uns die Möglichkeiten der Digitalisierung gewinnbringend zu Nutze zu machen. Diese neuen technischen Chancen in den Dienst der Menschen hier im Landkreis  zu stellen, das ist mein Ziel.“

Erste aus dieser Motivation heraus  angestoßene Projekte haben offenbar  auch  die Jury des BMI überzeugt. Gerade im Bereich Mobilität, Energie  oder Telemedizin ist  der  Landkreis  vone dabei und möchte diese Aktivitäten weiter ausbauen. Schon heute kann man sehen: besonders der Bereich Telemedizin ist gut angelaufen. Die Vernetzung von Senioren- und Pflegeheimen mit niedergelassenen Ärzten wird praktisch genutzt. Sie hilft Zeit und Transporte zu sparen und wird von beiden Seiten als Bereicherung empfunden; Angehörigen gibt der digitale Austausch zusätzliche Sicherheit, was die Qualität der Pflege angeht. Im Bereich Mobilität wurde gemeinsam mit Stadt  und Landkreis Hof sowie der Hochschule Hof das Kooperationsprojekt „MobiDig“ (MobilitätDigital) ins Leben gerufen. Es verfolgt das Ziel, den Öffentlichen Personennahverkehr im ländlichen Raum wirtschaftlicher, attraktiver und umweltfreundlicher  zu gestalten.

Im Bereich des ÖPNV sind noch zahlreiche weitere Nutzungen denkbar, der Landkreis tüftelt hier an Ideen, die sich um Apps, Mitfahrplattformen oder einen autonom fahrenden Bus ranken. Aber auch im Bereich Energie sind viele Ansatzpunkte in den Köpfen der Macher in der Entwicklungsagentur Fichtelgebirge. Nicht zu vergessen, das Thema Bildung. Hier  hat es sich der  Landkreis zum Ziel gesetzt, in Bayern baldmöglichst als „Digitale Bildungsregion“ anerkannt zu werden. Und natürlich könnten auch im Bereich E-Government neue Wege eingeschlagen werden, die gerade im ländlichen Raum den Vorteil mit sich bringen, dass man nicht zwingend für jeden Behördengang weite Wege in Kauf nehmen muss.

„Wir verfolgen das Ziel, die Digitalisierung für  alle Altersklassen attraktiv zu machen. Der Kontakt mit einer Behörde über  die Nutzung von E-Government Anwendungen oder die Bestellung von Lebensmitteln oder Medikamenten muss  auch für Senioren machbar werden. Wir wollen Unternehmer, Familien und junge Menschen in diesen Prozess einbinden.“, hat Döhler dazu bei der Übergabe des Förderbescheids in Berlin den Anwesenden erklärt.

Erreichen möchte man dies durch einen intensiven Bürgerbeteiligungsprozess, für den mehr als ein Jahr angesetzt ist. Menschen aller Generationen und aus allen gesellschaftlichen Bereichen mitnehmen, gemeinsam Ideen entwickeln, auf ihre Machbarkeit hin überprüfen und dann zur Umsetzung zu bringen, das möchte man im Fichtelgebirge erreichen. Die Projekte sollen praxisnah sein, und den Einwohnern im ländlichen Raum einerseits das  Leben erleichtern und andererseits auch die wirtschaftliche Entwicklung des Landkreises  weiter positiv beeinflussen. „Smartes Fichtelgebirge“ – ist deshalb die Überschrift  des  gesamten Prozesses, der  auf die intelligente Nutzung moderner Technologien abstellt.

Hintergrund:

Für das Projekt  Smart Cities des Bundesinnenministeriums hatten sich rund 100 Städte, Kreise und Gemeinden aus  ganz Deutschland beworben. 13 von ihnen haben den Zuschlag und Anfang September auch den dazugehörigen Förderbescheid aus den Händen von Bun-desinnenminister Horst Seehofer erhalten. Mit der Auswahl als Modellregion erhält das Fich-telgebirge nun die Möglichkeit, in den kommenden Jahren Investitionen im Millionenbereich umzusetzen. Im Bundeshaushalt  stehen für die  13 Modellregionen rund 150 Millionen Euro  an Fördergeldern zur Verfügung.

Gruppenfotos der Vertreter der ausgewählten Modellregionen mit Bundesinnenminister Horst Seehofer

Gruppenfoto der Vertreter der ausgewählten Modellregionen mit Bundesinnenminister Horst Seehofer