In die Schule dürfen, müssen oder schwänzen? – Broschüre erklärt DO's und DONt's in deutschen Schulen

Andere Länder, andere Sitten. Und andere Gesetze. Während es in manchen Ländern ein Privileg ist, in die Schule gehen zu können oder zu dürfen, ist es in Deutschland eine gesetzliche Pflicht. In den vergangenen Jahren haben auch unsere regionalen Schulen viele Schüler aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt aufgenommen. Nicht jedes Kind war vorher überhaupt eingeschult, andere mussten die Schule abbrechen. Dass es Länder gibt, in denen jedes Kind jeden Tag in die Schule gehen muss, davon haben manche noch nie etwas gehört. Daher besteht bei einigen Schüler und deren Eltern Informationsbedarf, wie die Regelungen in Deutschland aussehen – egal, ob es um das Verhalten im Krankheitsfall und bei außerschulischen Terminen geht oder generell um die Schulpflicht und die Folgen des „Schuleschwänzens“.

Um die kulturelle Wissenslücke schließen zu können, hat der Landkreis eine Broschüre zur Schulpflicht herausgegeben, in der die wichtigsten Regelungen in einfacher Sprache übersichtlich zusammengestellt sind. Und die kommt so gut an, dass sie bereits neu aufgelegt werden musste – und dabei auch gleich erweitert worden ist. Im Heft gibt es zum Beispiel eine einfache Übersicht zum bayerischen Schulsystem und einen Stundenplan zum Herausnehmen. „Damit die Informationen von Beginn an zu den Eltern und Schülern finden und nicht erst, nachdem diese die deutsche Sprache gelernt haben, haben wir den Text in weitere Sprachen übersetzt. So können Missverständnisse mit den Schulen minimiert werden“, erläutert Bianca Richter, Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte. Es handelt sich dabei um diejenigen Sprachen, welche die Mehrheit der Neuzugewanderten spricht: Englisch, Russisch, Tigrinisch, Arabisch, Persisch und Kurdisch. „Bei der Neuauflage werden wir sogar noch zwei weitere Sprachen mit aufnehmen: Tschechisch und Rumänisch. Dieser Impuls kam als Rückmeldung von den regionalen Schulen.“ Die Neuauflage befindet sich gerade in Druck und wird bald an die Schulen und an weitere Kindergärten verteilt.

Um die Eltern so bald als möglich zu erreichen, werden die Broschüren an bzw. in den Migrationsberatungsstellen, Gemeinschaftsunterkünften, Schulen, Kindergärten, Einwohnermeldeämtern und natürlich auch im Landratsamt ausgegeben. Auf der Internetseite des Landkreises Wunsiedel steht er sowohl als PDF-Version zum Download bereit, als auch als Audio-Version, um auch Analphabeten den Zugang zur Information ermöglichen. „Viele Migranten haben sich freundlicherweise dazu bereit erklärt, uns bei der Umsetzung zu unterstützen und haben den Text in ihrer Muttersprache vorgelesen“, erklärt Bianca Richter.

Zu finden ist alles unter Broschüren