Passgenaue Unterstützung für Familien: CURA-Projekt kann im Landkreis starten

Wenn Kinder in Armut und Perspektivlosigkeit aufwachsen kann sich das lebenslang negativ auswirken. Nicht nur in materieller Hinsicht, sondern insbesondere auch im Hinblick auf Bildungs- und Berufschancen sowie auf die gesellschaftliche Teilhabe generell. Dem soll im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge entgegengewirkt werden – mit einem ganzheitlichen Konzept, in dem alle Mitglieder der betroffenen Familien gleichsam Unterstützung erfahren.

Erreicht werden soll das mit einer engen Kooperation zwischen Jugendamt und Jobcenter. Gemeinsam wollen die Akteure die vorhandenen Möglichkeiten der Familienhilfe für alle Familienmitglieder ausschöpfen, parallel dazu auch die (Re-)Integration der Eltern in den Arbeitsmarkt voranzutreiben. Ziel ist, der Familie so mit einem individuellen und für den Einzelfall maßgeschneiderten Konzept den Weg aus dem Bezug von Sozialleistungen zu ermöglichen.

Die finanzielle Unterstützung auf diesem Weg kommt vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales. Dieses hat das von ihm entwickelte CURA-Projekt (Coaching zur Bekämpfung urbaner Arbeitslosigkeit) in die Fläche gebracht und damit auch den Weg für derartige Modellprojekte im Fichtelgebirge geebnet. Den Förderbescheid hat Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer am Abend persönlich im Landratsamt überbracht.

„Bei Langzeitarbeitslosigkeit reicht es oft nicht aus, nur die Betroffenen selbst zu unterstützen. Die ganze Familie muss in den Fokus rücken und somit auch die Bedürfnisse aller, vor allem auch der Kinder. Mit einer zusätzlichen sozialpädagogischen Fachkraft im Jugendamt begleiten wir bei „CURA“ alle Familienangehörigen intensiv und umfassend. So verhindern wir, dass der Sozialleistungsbezug auch für die nachfolgenden Generation prägend wird. Ich freue mich, dass wir ab jetzt mit unserer staatlichen Förderung auch betroffene Familien im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge stärken können“, so die Ministerin.

„Das CURA-Projekt, das aus zwei Bausteinen besteht, wird hier bei uns im Landkreis von zwei Fachkräften durchgeführt werden. Sarah Burger aus dem Jugendamt und Robin Oelschlegel aus dem Jobcenter stellen das „Tandem“, das in den Familien aktiv werden wird. Hinter ihnen steht eine gemeinsame Projektgruppe, die die einzelnen Fälle im Detail bearbeiten wird. Wir erhoffen uns viel von diesem neuen Ansatz. Denn die Problemstellungen sind in jeder Familie anders, mit dem CURA-Projekt können wir dem endlich gerecht werden und so vielen Kindern und Eltern gute Wege in die Zukunft aufzeigen“, sagt Sarah Alena Thoma, die Sozialplanerin im Landkreis. Und Martin Späthling vom Jugendamt ergänzt: „Wir freuen uns sehr, dass das Ministerium einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn genehmigt hat. Bereits am 1. Oktober konnte unser CURA-Team so die Arbeit aufnehmen. Je schneller wir in den Familien anpacken, umso besser.“

Der Geschäftsführer des Jobcenters Fichtelgebirge, Hans Plank, begrüßt die neuen Möglichkeiten ebenfalls: „Mit dem Projekt „CURA“ beschreitet das Jobcenter Fichtelgebirge zusammen mit dem Jugendamt neue Wege im Landkreis. Gemeinsam wollen wir hilfebedürftigen Familien dabei helfen, die Vorbildfunktion der Eltern zu stärken und somit einer Vererbung der Langzeitarbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Durch unsere gemeinsame Unterstützung sollen bestehenden Hindernisse aus dem Weg geräumt werden, um dadurch eine Verbesserung der Situation im persönlichen und familiären Umfeld der Familien zu sorgen. Nur wenn dies gelingt, ist eine Integration in den Arbeitsmarkt möglich.“

Bei ihrem Besuch trug sich Ministerin Kerstin Schreyer auch ins Goldene Buch des Landkreises ein.