Südostlink: Argumente aus dem Fichtelgebirge werden mehr als vier Stunden gehört

Ein fünftägiger Anhörungs-Marathon zur Planung des Südostlinks ist am Abend (31.07.) in Weiden zu Ende gegangen. Ein Verfahren, in dem von der Bundesnetzagentur in der vergangenen Woche private Eigentümer und in dieser Woche die Vertreter der Träger öffentlicher Belange gehört wurden.

Mit dabei für den Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge: der beauftragte Rechtsanwalt Dr. Wolfgang Baumann, der an den vergangenen beiden Tagen insgesamt rund viereinhalb Stunden Zeit hatte, die Argumente aus dem Fichtelgebirge vorzubringen. Ebenfalls vor Ort war die Grünen-Fraktionsvorsitzende Brigitte Artmann; sie hat als Vertreterin des Kreistags, der sich mehrheitlich für ein Vorgehen gegen die geplante Trasse ausgesprochen hat, teilgenommen. Und auch Stefan Schürmann von der Unteren Naturschutzbehörde war bei der Anhörung dabei und hat auf einige Neufunde in Fauna und Flora hingewiesen, die bisher nicht im Verfahren waren.

Im Vortrag von Rechtsanwalt Baumann selbst wurde noch einmal die ganze Bandbreite der Themen angesprochen, die in der mehr als 80-seitigen Stellungnahme des Landkreises aufgeführt sind. Eine Trasse durch die Region würde die Menschen im Fichtelgebirge, das Landschaftsbild, aber auch Naturschutzgebiete, Flora und Fauna schädigen. Und das in einer Form, die unzumutbar wäre. Grundsätzlich zweifelt man im Landkreis die Notwendigkeit des Südostlinks an und ist darüber hinaus der Ansicht, dass auch die negativen Wechselwirkung zwischen Südostlink und dem Ersatzneubau für den bestehenden Ostbayernring in der Planung von Netzbetreiber Tennet nicht hinreichend berücksichtigt werden.

Die Anhörungen sind mit dem gestrigen Tag abgeschlossen. Alle Ergebnisse werden nun durch die Bundesnetzagentur gesammelt, aufbereitet und dann dem Netzbetreiber Tennet übergeben, der dazu noch einmal Stellung nehmen kann. Liegt diese Stellungnahme vor, wird die Bundesnetzagentur ihre abschließende Entscheidung bekannt geben. Diese ist für den Winter geplant.

Im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge steht der Fahrplan bereits: für den Fall, dass sich die Bundesnetzagentur für den Bau des Südostlinks durch die Region ausspricht, wird der Landkreis klagen. Das hat  Landrat Dr. Karl Döhler erneut bekräftigt. Die Vorbereitungen für diesen Fall haben bereits begonnen.