Wasserstoff-Produktion im Fichtelgebirge: deutschlandweit einzigartiges Projekt in Planung

Wasserstoff ist weltweit längst ein Massenprodukt, wird aber häufig zum Beispiel aus Kohle gewonnen. Er treibt Busse, Züge, PKW und auch Gabelstapler in großen Betrieben an und wird in vielen Prozessen in der Industrie benötigt. Viele sehen Wasserstoff als die Energiequelle der Zukunft, und diese Entwicklung möchte man im Fichtelgebirge für die Entwicklung der Region nutzen. Das Stichwort dafür lautet: Power-to-Gas.

Gemeinsam mit SIEMENS, der SWW Wunsiedel und möglichst vielen lokalen Akteuren verfolgt man in der Entwicklungagentur Fichtelgebirge deshalb eine Vision: man möchte in Wunsiedel „grünen Wasserstoff“ produzieren (also ausschließlich regenerative Energie zur Wasserstoff-Produktion verwenden) und das Produkt dann auch hier vor Ort absetzen. Eine Idee, die eine Reihe von Vorteilen mit sich bringt. Die Produktion des Wasserstoffs wäre ökologisch, für die Betriebe, die den Wasserstoff schon heute nutzen würden bisherige lange Transportwege entfallen und die Zahl der Betriebe, die auf die neue Energiequelle setzen könnten würde durch die günstigeren Preise des Endprodukts aus dem Fichtelgebirge sicher steigen.

Diskutiert hat man diese Vision nun beim ersten „Wasserstoff-Stammtisch“ im Landkreis und dabei festgestellt, dass man damit offenbar einen Nerv getroffen hat. Mehr als 40 Unternehmer, Kommunalpolitiker und Vertreter verschiedener Institutionen waren gekommen und haben sich mehr als interessiert gezeigt. Die Idee von SIEMENS, einen sogenannten Elektroliseur (wie die Anlage, die durch Elektrolyse Wasserstoff produziert, genannt wird) in Wunsiedel aufzustellen, stieß auf große Begeisterung. Viele können sich offenbar vorstellen, ihre Fahrzeug- oder Staplerflotten auf den neuen Treibstoff umzustellen; vorausgesetzt die betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen – so der einhellige Tenor der Veranstaltung. Genutzt werden könnte der grüne Wasserstoff in einigen wichtigen Industriezweigen der Region: zum Beispiel in der Metall- und Kunststoffverarbeitung, in der Glasindustrie aber auch in der Lebensmittelindustrie. Der Termin für das nächste Treffen wurde deshalb schon direkt für September vereinbart, bis dahin werden im Hintergrund eine Reihe von Gesprächen laufen.

Um die Anlage realisieren und eine sinnvolle Dimension festlegen zu können, muss zunächst der Bedarf in der Region ermittelt werden. Auch Bedarf von der außerhalb der Region ist offenbar vorhanden, wäre aber nur die zweite Wahl, heißt es von den Verantwortlichen. Ziel wäre, im Fichtelgebirge einen möglichst geschlossenen Kreislauf zu schaffen und damit dem Ruf, den man sich in Sachen „Vorreiter bei der Energiezukunft“ geschaffen hat, einmal mehr zu untermauern.