Bürgerbeteiligung startet: Smartes Fichtelgebirge stellt Weichen für die Zukunft

 

Wie stellen sich die Bürgerinnen und Bürger im Fichtelgebirge die Zukunft ihrer Heimat vor? Wo sehen sie ihren Landkreis in zehn Jahren? Welche Schritte muss man jetzt einleiten um diese Vision zu erreichen? Das will der Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge herausfinden und startet dazu eine großangelegte Bürgerbeteiligung.

Anlass ist der Start des Projekts „Smartes Fichtelgebirge“, für das der Landkreis durch das Bundesinnenministerium als Modellregion ausgewählt worden ist. Das Ziel des Projekts: digitale Anwendungen zu entwickeln, die sich auf andere ländliche Regionen übertragen lassen. Die Perspektiven, die das Projekt dem Fichtelgebirge eröffnet, liegen auf der Hand. Zahlreiche Studien belegen inzwischen: die Zukunft in Deutschland liegt mehr und mehr im ländlichen Raum. Als Ort an dem sich Familie und Arbeit verbinden lassen, sind Regionen wie das Fichtelgebirge unschlagbar. Die Digitalisierung kann diese Entwicklung weiter positiv beeinflussen.

Gemeinsam mit dem Projektpartner T-Systems werden in den kommenden Wochen Ideen für die Entwicklung hin zum „Smarten Fichtelgebirge“ gesammelt, Handlungsfelder gewichtet und diskutiert. Es geht darum, Umweltbewusstsein, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und gesellschaftliche Solidarität gleichwertig zu berücksichtigen.

Landrat Dr. Karl Döhler: „Wir starten das Projekt mitten in den schwierigen Corona-Zeiten und das ganz bewusst. Die Pandemie hat Entwicklungen angestoßen, die bis vor wenigen Wochen undenkbar gewesen wären. Digitales Lernen, Homeoffice und Videochats mit Oma gehören plötzlich zu unserem Alltag. Darauf werden wir aufbauen um unser Fichtelgebirge weiter nach vorne zu bringen. Es ist wichtig, bereits jetzt Ideen zu entwickeln, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen und auch in der Zukunft als attraktiver Standort mit hoher Lebensqualität für Jung und Alt wahrgenommen zu werden.“

Der Projektpartner T-Systems hat die Aufgabe ein Kreisentwicklungskonzept für die Region zu gestalten. Insbesondere der „Co-Creation“ Ansatz hat das Projektteam „Smartes Fichtelgebirge“ überzeugt. „Nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Region kann ein solches Konzept entwickelt werden. Sie gestalten aktiv die Basis für eine lebenswerte und zukunftsfähige Region mit“, sagt Ole Schilling, VP Co-Creation & Partner Innovation Smart Cities & Regions, Deutsche Telekom. „Wenn wir ihre Wünsche berücksichtigen, schaffen wir auch die nötige Akzeptanz für den Wandel für alle Generationen.“

Der künftige Landrat Peter Berek ergänzt: „Die Entwicklung hin zum „Smarten Fichtelgebirge“ wird die Lebensqualität weiter stärken, Teilhabe und Demokratie unterstützen, aber auch die regionale Wirtschaft und hochwertige Arbeitsplätze sichern und ausbauen helfen. Gleichzeitig – und das ist oberstes Gebot -  wird sie den Schutz der Interessen und der Privatsphäre der Bürger berücksichtigen. Einbringen können sich Personen jeden Alters über einen Fragebogen, der jedem Haushalt im Landkreis zugestellt werden wird, sowie über eine Online-Beteiligungsplattform. Auf mach-mit.freiraum-fichtelgebirge.de können sich die Nutzer über die Details des Projekts informieren und bei allen zwölf Handlungsfeldern eifrig mitdiskutieren.“

 

Zum Hintergrund:

Ende 2019 ist der Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge als bislang einziger Landkreis in Deutschland vom Bundesministerium des Innern als Modellregion für das Projekt „Smart City“ (https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2019/07/20190709-smartcities.html) ausgewählt worden. Überzeugt hat die Bewerbung des Fichtelgebirges wegen der intensiven Bürgerbeteiligung und dem ganzheitlichen und breiten Ansatz des Projekts. Unter dem Titel „Smartes Fichtelgebirge“ wird in diesem Jahr eine Zukunftsvision des Landkreises skizziert, welche die Handlungsfelder Wirtschaft, Gesundheit, Mobilität, Bildung, Soziales, Energie und Klimaschutz, Natur und Landwirtschaft, Tourismus und Kultur, Infrastruktur, Ehrenamt, Image und Verwaltung umfasst. Dafür stehen über einen Zeitraum von sieben Jahren rund 15 Millionen Euro zur Verfügung. Die Strategie des „Smarten Fichtelgebirges“ ist eine wichtiges Element des Kreisentwicklungskonzeptes, das die Ziele für die Entwicklung des Landkreises für die nächsten zehn Jahre formuliert.