Designstudio Selb: Architektenwettbewerb kann starten

 

Nachdem Ministerpräsident Markus Söder zum Jahresbeginn bei seinem Besuch in Selb einer Erweiterung der Fachschule für Produktdesign zugestimmt hat, macht das Projekt nun den nächsten entscheidenden Schritt nach vorn. Der europaweite Architektenwettbewerb kann schon in den nächsten Wochen starten. Möglich macht das die Zustimmung der Regierung von Oberfranken, die jetzt im Landratsamt Wunsiedel i. Fichtelgebirge eingegangen ist.

Geplant ist im ersten Schritt ein Neubau mit 3500 qm2 Nutzfläche auf dem Gelände des ehemaligen Hutschenreuther Werks B in Selb. Dort sollen nach dessen Fertigstellung die dringend benötigten Werkstätten und Ateliers untergebracht werden. Zu einem späteren Zeitpunkt ist ein Anbau mit rund 1000 qm2 vorgesehen, der bereits in der jetztigen Planung berücksichtigt und später für den Hochschulbetrieb genutzt werden soll.

Der Zeitplan ist straff: bereits Ende Mai/Anfang Juni wird ein europäisches Vergabeverfahren starten, das aktuell im Landratsamt mit Hochdruck vorbereitet wird. In diesem ersten Schritt können Architekturbüros aus ganz Europa ihre Bewerbung für eine Teilnahme am Wettbewerb abgeben. Die rund 20 besten Büros werden dann – nach Abschluss dieser Bewerbungsphase – am Wettbewerb teilnehmen können. Sie erhalten etwa im Juli die eigentlichen Ausschreibungsunterlagen, auf deren Basis sie ihre Entwürfe entwickeln können. Eine mehrköpfige Jury aus Fachplanern und regionalen Vertretern wird dann voraussichtlich Ende September in einer zweitägigen Kommissionssitzung den Wettbewerbssieger küren. Dessen Planung muss dann ein weiteres Vergabeverfahren durchlaufen, bevor rund um den Jahreswechsel die eigentliche Auftragsvergabe und im Anschluss die ebenfalls aufwändige Fachplanung erfolgen kann. Läuft alles nach Plan, ist Baustart im Frühjahr 2022 denkbar.

„Gemeinsam mit der Schulleitung der Fachschule für Produktdesign haben wir hier im Landkreis über Jahre hinweg auf dieses Projekt hingearbeitet und auch immer wieder mit kritischen und zweifelnden Stimmen zu kämpfen gehabt.“, sagt Landrat Dr. Karl Döhler. „Für mich ist es eine echte Freude, dass wir diesen Durchbruch geschafft haben und nun endlich an die langersehnte Umsetzung gehen können. Die Erweiterung unserer national und international renommierten Fachschule ist ein entscheidender Schritt für die Entwicklung der Hochschullandschaft im Landkreis und somit für die  die Zukunft des Fichtelgebirges.“

Bei seinem Besuch an der Fachschule für Produktdesign in Selb im Januar hat sich Ministerpräsident Markus Söder klar für den Bau des langersehnten Designstudios ausgesprochen. Zudem stimmte Söder zu, dass in der Porzellanstadt ein Design-Studiengang eingerichtet wird. Der Studiengang bietet Platz für circa 30 Studierende, mehrere Professuren sind geplant. Starten soll der Studiengang, der zur Hochschule Hof gehört, bereits im Herbst nächsten Jahres. Für den Bau des Designstudios stellt der Freistaat 15,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Fachschule für Produktdesign in Selb ist seit Jahren eine der wichtigsten Ausbildungsstätten für den Nachwuchs für die deutsche Automobilindustrie. Die Autobauer hatten die Planung für den Ausbau deshalb ebenfalls mit Nachdruck unterstützt.