Forschung vor der Haustür: dem Gartenschläfer auf der Spur

(03.07.2020)

Der Naturpark Fichtelgebirge eignet sich als gut bekannter Lebensraum für Gartenschläfer optimal um mehr über die kleinen Bilche mit der Maske herauszufinden. Nachdem vergangenes Jahr aus Untersuchungsgebieten in ganz Deutschland nur für den Naturpark eine genaue Nahrungsanalyse erstellt werden konnte, steht dieses Jahr die geeignete Nachweismethode im Fokus. Aufgrund der Corona-Pandemie war eine Telemetrie, welche den Standort von besenderten Tieren erfasst, durch die Masterstudentin Sarah Beer der Universität für Bodenkultur in Wien leider nicht möglich.

Nun sind an bekannten „Gartenschläfer-Hotspots“ Spurentunnel aufgebaut, die auch der aufmerksame Outdoor-Sportler entdecken kann. In den schwarzen Plastiktunneln befindet sich ein Holzbrett, welches ein Aktivkohle-Öl-Gemisch als Stempel enthält und die Spuren der Tiere auf einem weißen Papier erfasst. Die Gartenschläfer als sehr gute Kletterer haben im Vergleich zu Mäusen kleine Sohlballen, die sich aufgrund ihrer Abdruckgröße von den Verwandten Siebenschläfer und Haselmaus unterscheiden. Wir bitten an dieser Stelle die Spurtunnel hängen zu lassen und das weiße Papier nicht zu beschmieren. Ein Blick auf die Abdrücke darf genommen werden, doch bitte legen Sie das Holzbrett wieder flach in den Tunnel.

Die Beobachtung der Gartenschläfer ist bereits seit mehr als 50 Jahren im Fichtelgebirge bekannt. Durch die Meldungen von Ehrenamtlichen nahm sich der Naturpark Fichtelgebirge e.V. der Thematik vor gut zehn Jahren an. Seitdem sind die niedlichen Tiere ständiger Begleiter der Gebietsbetreuung im Arbeitsalltag. Aus diesem Grund sind einige Spurentunnel von der Gebietsbetreuerin Stefanie Jessolat auch außerhalb der bekannten Lebensräume ausgebracht, um weitere Habitate der Tiere zu erschließen. Zusammen mit dem Forst, dem Landschaftspflegeverband Landkreis Wunsiedel und den Naturschutzbehörden sowie Stiftungen fanden immer wieder Maßnahmen und Hilfsprogramme für die Schlafmäuse statt. Der BUND Naturschutz startete 2018 deutschlandweit ein Artenschutzprojekt unter dem Titel „Spurensuche Gartenschläfer“ zusammen mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, welches 2024 zum Abschluss kommt und sich mit dem starken Rückgang der kleinen Nager befasst, welcher innerhalb der letzten 30 Jahren besorgniserregende 50 % betrug.

Der Naturpark Fichtelgebirge gilt auch für das Artenschutzprojekt als wichtiger Datenlieferant und Ansprechpartner und unterstützt gerne sowohl das Artenschutzprojekt, als auch die Masterarbeit von Sarah Beer.

Sarah Beer bei der Anbringung eines Spurtunnels