Gestaltungskurse am Steinzentrum

16.09.2020

Am Europäischen Fortbildungszentrum für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk finden in Kürze zwei Kurse satt: „Mosaiktechnik – Naturstein“ und „Fresko- oder Frischmalerei“. Alle kunstbegeisterten Anfänger und Fortgeschrittene sind herzlich willkommen.

Das Mosaik gehört zu den ältesten künstlerischen Techniken. Dabei werden Steine in kleine Würfel zerklopft und in eine noch weiche Mörtelschicht eingesetzt. Dadurch entstehen Muster oder Bilder. Die Mosaikkunst wird bereits seit dem 5./4. Jahrtausend v. Chr. ausgeübt. Ein Mosaik kann Wände und Decken schmücken und ist sogar als Bodenbelag geeignet. Durch die Verwendung verschiedener Steine und Gläser in unterschiedlichen Formen und Farben sind die Möglichkeiten der Gestaltung groß.

Berühmte Beispiele der Mosaikkunst sind das Alexandermosaik mit einer Darstellung der Schlacht bei Issos, welches in Pompeij Ende des 2. Jhr. V. Chr. entstanden ist. Bekannt sind auch die Mosaiken der frühchristlichen Bauten in Ravenna, die 1996 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen wurden. Als größtes Bildwerk Europas zählt das Mosaik von Walter Womacka am Haus des Lehrers in Berlin.

Im dreitägigen Mosaik-Kurs lernen die Teilnehmer am Europäischen Fortbildungszentrum in Theorie und Praxis diese besondere Technik kennen. Die Diplom-Restauratorin Carolin Pfeuffer referiert über die Technik und Geschichte der Mosaikkunst. Doch es wird vor allem praktisch gearbeitet: unter der fachkundigen Anleitung von Steinmetzmeister Jürgen Richter bereiten die Kursteilnehmer die Vorlage vor, zerkleinern den Naturstein und richten ihn zu, setzen die Mosaiksteine nach Vorlage und verfugen das fertige Kunstwerk. Denn am Ende wird jeder Kursteilnehmer sein eigenes, selbst hergestelltes Mosaik mit nach Hause nehmen können.

Im diesjährigen Mosaik-Kurs sind noch Plätze frei. Dieser findet vom 23.09.-25.09.2020 statt.

Die Fresko- oder Frischmalerei ist eine Form der Wandmalerei. Hierbei werden die zuvor in Wasser eingesumpften Pigmente auf den frischen Kalkputz aufgetragen. Bei der Trocknung des Kalkes werden die Farben dauerhaft in den Putz eingebunden. Deshalb sind diese Wand- und Deckenbilder auch noch nach Jahrtausenden gut erhalten.

Berühmte Beispiele dafür sind die Wandmalereien in Pompeji, das Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle von Michelangelo oder das Deckenfresko von Tiepolo in der Residenz in Würzburg.

Doch bevor die Teilnehmer selbst zu Farbe und Pinsel greifen können, ist erst einmal körperlicher Einsatz gefragt. In der Werkstatt wird Mörtel aus Kalk, Sanden und Marmormehl angerührt. Damit werden die vorbereiteten Platten mehrschichtig verputzt. Die Kursteilnehmer kommen ganz schön ins Schwitzen. „Da schätzt man die Arbeit der Handwerker umso mehr“, scherzte eine der Teilnehmerinnen im letzten Kurs. Zusätzlich reiben die Teilnehmer die Farben für ihre Kunstwerke selbst an, wie es seit jeher auch die großen Künstler handhabten.

Neben den praktischen Arbeiten erweitern die Kursteilnehmer beim dreitägigen Fresko-Kurs auch ihr theoretisches Wissen. Die Kursleiterin Carolin Pfeuffer referiert über die Technik und Geschichte der Freskomalerei und über Farben und Pigmente.

Die Kursteilnehmer kommen aus ganz Deutschland und zeigen sich begeistert vom Steinzentrum und der Umgebung. Der Kurs ist immer ein voller Erfolg und die Teilnehmer nehmen alle stolz und zufrieden ihre selbst gestalteten Kunstwerke mit nach Hause.

Der nächste Fresko-Kurs findet vom 30.09.-02.10.2020 statt.

Das Europäische Fortbildungszentrum bietet eine breite Palette von Weiterbildungen an. Stets aktualisierte Informationen und Anmeldeformale zu den unterschiedlichen Kursen gibt es auf der Internetseite des Fortbildungszentrums.