Herbstzeit ist Erntezeit: Erlebnis im Naturpark-Kindergarten

17.11.2020

Dass die Herbstzeit Erntezeit ist, durften die Kinder der KiTa Kunterbunt in Kirchenlamitz im Rahmen der Bewerbungsaktionen zum Naturpark-Kintergarten im Oktober besonders intensiv erleben. In enger Zusammenarbeit mit dem Naturpark Fichtelgebirge konnten die Mitarbeiter einige naturpädagogische Erlebnisse für und mit den Kindern umsetzen, natürlich noch vor dem herbstlichen Corona-LockDown. Passend zum Herbst als Erntezeit zogen KiTa-Mitarbeiter der KiTa mit den Kindern los und beernteten gemeinsam in der näheren Umgebung verschiedene Apfelbäume. Die Kinder lernten so, ihre Umgebung noch etwas bewusster kennen, sprachen über verschiedene Apfelsorten, die im Supermarkt nicht zu finden sind und probierten natürlich auch die unterschiedlichen Früchte.

Am darauf folgenden Tag kamen die Kinder und das Personal in den Genuss, aus den selbst gepflückten Äpfeln mit professionellen Geräten Apfelsaft selbst zu pressen. Dazu kamen Naturpark-Ranger Andreas Hofmann sowie Thorsten Steinhäuser von der Kreisgartenfachberatung, der sowohl die Geräte besorgt hatte als auch den Kindern mit sehr viel Fachwissen und Liebe zum Detail die heimischen Wildsorten näher brachte. So lernten die Kinder zum Beispiel, dass im Supermarkt nur einige wenige Sorten Äpfel angeboten werden, im Vergleich dazu gibt es eine unglaubliche Vielfalt an alten ursprünglichen Obstsorten. Die Kinder konnten unterschiedliche Sorten probieren und verglichen optisch scheinbar perfekte Äpfel mit wilden, selbst gepflückten.

Dann ging es an die schweißtreibende Arbeit: Mit einem „Muser“ wurden die Äpfel zerkleinert und dann mit der Presse zu  Saft verarbeitet. Die Kinder setzten bewundernswert viel Muskelkraft in die Arbeit und alle großen und kleinen haben gestaunt wie viel Apfelsaft überhaupt in den Früchten steckt. Natürlich war das Verkosten des Saftes mit am Wichtigsten an der Aktion. Doch nicht nur Äpfel können geerntet werden, sondern auch die „Erd – Äpfel“, wie in unserer Region die Kartoffeln genannt werden. Eine Gruppe der KiTa veranstaltete am Abend ein kleines Kartoffelfeuer.

Gemeinsam zogen die Kinder mit ihren Erzieherinnen von der Schule auf ein in der Nähe gelegenes Feld, wo sie bereits ein Feuer erwartete. Zusammen suchte die Gruppe ein paar, noch im Feld verbliebenen Kartoffeln, welche dann der Größe nach sortiert wurden. In einer Geschichte über den Kartoffelzwerg, der die kleinen Kartoffeln in die Dunkelheit bringen muss, damit sie im neuen Jahr gute Ernte bringen lernten die Kinder den Kreislauf der Kartoffelernte kennen. Besonders gut schmeckte den Kindern die „Erdäpfel“ direkt aus dem Feuer mit Butter und Salz, zusammen mit Apfelpunsch aus dem selbst gepressten Saft. Ranger Andreas Hofmann verriet noch ein paar interessante Details. So erfuhren wir zum Beispiel, dass der Erfinder der „Kartoffelwaschmaschine“ ein Kirchenlamitzer war und auch dass der erste Landwirt, der Kartoffeln angebaut hat auch aus dem Naturpark Fichtelgebirge, nämlich aus Pilgramsreuth, kam. Als die Dunkelheit kam, machte sich die Gruppe dreckig, satt und glücklich mit Fackeln auf den Rückweg zur Schule, wo die Eltern bereits warteten.