Mehr als ein Siegel: Öko-Modellregion Siebenstern informiert sich auf der BIOFACH

 

Bio hat offensichtlich die Nische verlassen und ist in puncto Ernährung im Mainstream angekommen. Diesen Eindruck nimmt eine Delegation aus dem Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge von der BIOFACH – der Weltleitmesse für Biolebensmittel – mit nach Hause. Auf Einladung der Öko-Modellregion Siebenstern haben sich biozertifizierte Erzeuger und Verarbeiter sowie Vertreter der Kommunalverwaltungen und Verbände aus dem Fichtelgebirge auf dem Nürnberger Messegelände über neueste Produkte, Trends und Lifestyle im Biobereich informiert. Seit dem Start der BIOFACH 1990 hat sich die Quantität und Professionalität der Anbieter deutlich verbessert. Bei aktuell 3.800 internationalen Ausstellern verliert man dabei schnell den Überblick. Glaubt man dem vermittelten Image, dann ist Bio mehr als ein Siegel oder eine Zertifizierung: Bio steht für Qualität und Überzeugung – für den verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen der Natur. Deutlich erkennbar ist aber auch bei den beworbenen Bio-Lebensmitteln eine Tendenz hin zu Convenience-Produkten, vorverarbeiteten Gerichten, die schnell verzehrfertig sind.

Lena Meyerhöfer und Klaus Schaumberg, die beiden Projektleiter der Öko-Modellregion Siebenstern, treffen hier viele Kollegen und Kolleginnen, die im Rahmen des bayerischen Staatsprogrammes BioRegio 2020 für ihre Region das Bewusstsein für nachhaltige Ernährung mit Biolebensmitteln befördern wollen. Grundlage dazu ist der Ausbau des Ökolandbaus sowie die Verarbeitung zu Bioprodukten für den Konsum in der Region. Die Formel Bio + Regional = Optimal bringt diesen Ansatz auf den Punkt. Aber auch für umstellungsbereite Landwirte bietet die Messe wichtige Informationen aus erster Hand. Während derzeit Milchbauern kaum die Umstellung auf Bio empfohlen wird, suchen einzelne Erzeugergemeinschaften wie zum Beispiel die Schorzenberger Mühle aus dem Württembergischen händeringend Demeter-Betriebe als Milchlieferanten für ihr umfangreiches Sortiment an qualitativ hochwertigen Milchprodukten.

Bioregionale Wertschöpfungsketten mit Erzeugern und Verarbeitern zu initiieren und neue Märkte insbesondere im Bereich der Gemeinschaftsverpflegungen zu erschließen sind weitere Ziele der Öko-Modellregion. Insofern darf sich der kommunale Zusammenschluss aus Wunsiedel, Weißenstadt, Tröstau, Nagel und Bad Alexandersbad als ökologische Avantgarde empfinden, die in puncto Ökolandbau und Öko-Vermarktung für die Fichtelgebirgsregion voran geht.

Ökomodellregion auf der BIOFACH

Die Öko-Modellregion Siebenstern informiert sich zusammen mit Biobauern, Kommunal- und Verbandsvertretern über aktuelle Trends im Biobereich auf der BIOFACH in Nürnberg. (Bildquelle: Ökomodellregion Siebenstern)