Moorrenaturierung Oberweißenbach: Klima-und Umweltschutz Hand in Hand

14.09.2020

Nach dem Krieg wurden auch im Fichtelgebirge Moore trockengelegt, um dort Nahrungsmittel für Mensch und Tier anbauen zu können. Sie wurden zu Wiesen und Ackerland umfunktioniert. Heute werden einige dieser Flächen für solche Zwecke nicht mehr zwingend benötigt und können deshalb renaturiert werden. Nahe Oberweißenbach bei Selb ist eine solche Renatuierung derzeit im Gang. Der Landkreis hat eine Fläche gekauft und nun die erforderlichen Maßnahmen in die Wege geleitet.

Alte Drainagen wurden systematisch zerstört, Gräben verschlossen und Wasserflächen angelegt. Das bisher in den Bach ablaufende Wasser verbleibt nun fast vollständig in den ausgetrockneten Moorflächen und wird diese dauerhaft wieder vernässen. Hierdurch kann sich der alte Moorstandort, nach gut 100 Jahren Entwässerung, langsam wieder erholen. 

Bei solchen Projekten arbeiten im Fichtelgebirge Umwelt- und Klimaschutz Hand in Hand. Denn die Renatuierung ist nicht einfach ein kosmetischer Eingriff in die Landschaft. Er kommt einerseits der Artenvielfalt bei Pflanzen und Insekten, andererseits aber auch der CO2-Bilanz zu Gute. Denn – was vielen nicht bewußt ist – inakte Moore speichern große Mengen CO2 und wirken so der Klimaerwärmung entgegen. (Zur Einordnung: Ein Hektar Moor bindet pro Jahr zwischen 14 und 24 Tonnen CO2, das entspricht bei einem durchschnittlichen PKW (Benzin; 7,8 Liter Verbrauch auf 100 km) dem Ausstoß, den er bei einer Laufleistung, die zwischen 60.000 und 110.000 Kilometern liegt, produziert.)

Über das Klimaprogram Bayern 2020 des Freistaates Bayern wird die Landkreismaßnahme zu 90 % gefördert.  Die Gesamtkosten liegen bei 10.000 €.

MoorrenaturierungDAVOR

Bild: Moorrenaturierung Oberweißenbach davor (staubtrockener Boden)

MoorrenaturierungDANACH

Bild: Moorrenaturierung Oberweißenbach danach (Wasser fließt wieder ein und sammelt sich)