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Nächster Schritt auf dem gemeinsamen Weg zum Energiepark Hochfranken

Landkreis mobilisiert mehr als eine halbe Million Sonderförderung für das Projekt

Der Wirtschaftsförderung des Landkreises ist ein weiterer Erfolg für die regionale Energiewende gelungen: als eine der sehr wenigen Regionalmanagements in Bayern konnte man im Fichtelgebirge die Sonderförderung „Transformation“ des Bayerischen Wirtschaftsministeriums an Land ziehen. Mit dem Projekt „Transformation der keramischen Industrie 2025-2028 – Umsetzung Energiepark Hochfranken“ will der Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge seinen Teil dazu beitragen, die Weichen für eine sichere, bezahlbare und nachhaltige Energiezukunft stellen.

Ziel des Energieparks Hochfranken ist bekanntlich der Aufbau eines regionalen Stromsystems, das durch eigene Energieproduktion, Speicherung und intelligente Steuerung langfristig stabile und günstige Strompreise ermöglicht – ein entscheidender Standortfaktor für die heimische Industrie. Geburtsort des Wunsiedler Wegs der Energiezukunft ist die Stadt Wunsiedel um Bürgermeister Nicolas Lahovnik mit der Stadtwerke Wunsiedel GmbH. Spirius Rector des Ansatzes Energiepark ist der Geschäftsführer der Stadtwerke, Marco Krasser.

Der Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge zählt zu den traditionsreichsten Industriestandorten für Keramik und Glas in Deutschland. Doch gerade diese Branchen leiden seit Jahren unter den Folgen explodierender Energiepreise und hoher CO₂-Abgaben. Über 4.000 Beschäftigte in der Region hängen direkt oder indirekt von diesen energieintensiven Industrien ab. Mit dem neuen Projekt – kurz „Trafo 2“ – soll die regionale Wirtschaft nun unabhängiger und zukunftsfähiger werden. Bereits die erste Förderphase 2022-2024 (Trafo 1) hatte mit der „Machbarkeitsstudie Energiepark Hochfranken“ gezeigt, dass ein regionales Stromsystem technisch und wirtschaftlich realisierbar ist. Jetzt folgt die Umsetzung.

Landrat Peter Berek: „Mit dem Projekt ´Trafo 2´ unterstützen wir als Landkreis die Energiewende-Aktivitäten unserer lokalen Energie-Player und bringen Finanzmittel für wichtige Umsetzungsschritte und koordinierendes Personal in die Region.“ Die regionalen Player wie die ZENOB und natürlich die Industrie werden intensiv in das Vorhaben eingebunden werden, erklärt Berek.

Der „Energiepark Hochfranken“ verfolgt das Ziel, Energie dort zu erzeugen, wo sie verbraucht wird. Durch Photovoltaik, Biomasse, Windkraft und Wasserstoff- und Speichertechnologien soll eine dezentrale Energieinfrastruktur entstehen, die Stadtwerke, Unternehmen und Bürger verbindet. Das reduziert Netzgebühren, erhöht Versorgungssicherheit und senkt die Kosten. Alexander Popp, Wirtschaftsförderer des Landkreises, hat den Antrag auf der Basis von Marco Krassers Idee gestellt: „Mit ´Trafo 2` schaffen wir die Grundlagen, dass die heimische Industrie wieder kostengünstiger produzieren kann und erzeugen dazu einen enormen Standortvorteil zur Ansiedlung neuer Betriebe.“

Neben der technischen Umsetzung steht auch die Kommunikation mit Bevölkerung und Wirtschaft im Fokus. Informationskampagnen, Beteiligungsformate und ein klares visuelles Konzept unter dem Titel „Freiraum für Energie“ sollen Akzeptanz schaffen und die Vorteile des Projekts sichtbar machen. Parallel werden grenzüberschreitende Kooperationen mit der Region Karlsbad geprüft, um den Energieverbund vielleicht perspektivisch auf die Nachbarregionen ausdehnen zu können.

Das Projektvolumen beträgt rund 560.000 Euro, wovon 80 Prozent durch den Freistaat Bayern gefördert werden. Der Förderzeitraum läuft von Oktober 2025 bis September 2028. Die fachliche Leitung liegt beim Klimaschutzmanagement des Landkreises. Klimaschutzmanager Jürgen Kromer, zeigt sich erleichtert: „Ich habe seit Monaten auf den Förderbescheid gewartet – jetzt können wir endlich die nächsten Schritte gehen.“

Der „Energiepark Hochfranken“ soll als Pilotprojekt für eine dezentrale, regionale Energieversorgung dienen – mit der Perspektive, auch anderen Regionen in Bayern als Blaupause zu dienen.