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Studenten liefern Entwürfe für Besucherzentrum Luisenburg

WUNSIEDEL - Das Felsenlabyrinth Luisenburg bei Wunsiedel ist das älteste Naturschutzgebiet Oberfrankens. Es zählt zu Bayerns schönsten Geotopen und ist mit seinen zwischen 1790 – 1813 angelegten Wegen, Aussichtspunkten, Rastplätzen und Felsinschriften Europas ältester von Bürgern gestalteter Landschaftsgarten. Demnächst soll es nach der „Weltenburger Enge“ zum 2. Nationalen Naturmonument in Bayern werden. Um die jährlich rund 80.000 Besucher des Labyrinths und die rund 120.000 Besucher der Luisenburg-Festspiele über dieses in Europa einzigartige natur- und kulturhistorische Phänomen zu informieren, ist geplant, am Eingangsbereich ein Besucherzentrum zu errichten. Wie ein solches Zentrum einmal aussehen könnte, darüber machten sich Studierende der Technischen Universität Dortmund in den Studiengängen Massive Baukonstruktionen und Tragkonstruktion im Rahmen eines studentischen Wettbewerbs Gedanken.

Die Studierenden hatten dazu am 28.11.2025 in Begleitung von Jun. Prof. Dipl.-Ing. Architektin Anne Hangebruch und Prof. Dr.-Ing. Christian Hartz Pläne und Modelle im Saal des Luisenburgresorts aufgebaut und ihre Konzepte der Jury erläutert. Diese bestand neben den beiden Professoren aus Landrat und Naturparkvorsitzendem Peter Berek, Wunsiedels 1. Bürgermeister Nicolas Lahovnik, Hermann Graser, Präsident des Deutschen Naturwerkstein-Verbandes, sowie Ronald Ledermüller, stellvertretender Geschäftsführer des Naturparks Fichtelgebirge. Den Vorsitz der Jury hatte Bayerns Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber. Glauber, selbst Architekt, betonte: „Die Luisenburg als größtes Felsenlabyrinth Europas ist ein herausragendes Gebiet und verdient das herausragende Prädikat „Nationales Naturmonument“ – als erstes Gebiet in Oberfranken. Als regionaler Natur- und Tourismusschwerpunkt soll die Luisenburg mit einem Besucherzentrum weiter gestärkt werden.“

Für den Wettbewerb entwarfen die angehenden Ingenieure und Architekten Modelle und Pläne. Die besondere Herausforderung bestand dabei im Entwurf einer architektonischen Raumidee, der Verwendung regionaler Materialien, der Konstruktion, der Setzung und Adressbildung des Gebäudes in seinem besonderen Umfeld sowie die Grundrissorganisation nach dem vorgegebenen Raumprogramm. Anhand dieser Kriterien bewertete eine Jury am Freitag, den 28.11.2025, die fünf vorausgewählten Entwürfe und wählte die Sieger aus.

Den ersten Preis verliehen Umweltminister Thorsten Glauber, Landrat Peter Berek und Bürgermeister Nicolas Lahovnik nach einstimmigem Votum der Jurorinnen und Juroren an die Studierenden Victoria Scherkamp, Fabian Haase, Maximilian Krauße und Felix Hampel. Ihr Entwurf, ein turmartiges Gebäude, zeichne sich durch die hervorragend gelungene Kombination der beiden heimischen Baustoffe Holz und Granit sowohl in der Gestaltung als auch in der Verwendung zur Ausführung der tragenden Konstruktion aus. Das Gebäude erfülle die vorgegebenen Raumerfordernisse und zeichne sich auch in der Innenraumgestaltung durch hohe Flexibilität zur Gestaltung der Ausstellungsräume sowie damit verbundene Ausblicke in die Umgebung, den Wald, das Labyrinth sowie ins innere Fichtelgebirge aus. Zudem ermögliche es barrierefreie Zugänge zu Bühne und Labyrinth. 

Umweltminister Thorsten Glauber lobte die hohe Qualität aller vorgelegten Entwürfe: „Dieser Wettbewerb ist eine tolle Plattform für innovative Architektur und eine gute Gelegenheit, die Zukunft der Region aktiv mitzugestalten. Herzlichen Dank für die gelungenen Entwürfe. Die Studenten haben mit ihren Entwürfen etwas Neues und Einzigartiges geschaffen, gerade mit Blick auf den Einsatz der heimischen Baustoffe Holz und Naturstein. Ich wünsche den Studenten alles Gute, vor allem auch für ihre Zukunft als Architekten.“

Landrat Peter Berek freute sich ebenfalls über die gelungene Zusammenarbeit mit der TU Dortmund. „Nach dem Studentischen Wettbewerb für das Steinfachzentrum und Schülerwohnheim in Wunsiedel war das einmal mehr eine sehr gelungene Kooperation, um junge, frische und auch komplett neue Ideen für einzigartige Architektur im Fichtelgebirge zu bekommen.“

Wunsiedels Bürgermeister Nicolas Lahovnik wies besonders darauf hin, dass das Besucherzentrum Luisenburg in mehrfacher Hinsicht besonders nachhaltig sei. Es entstehe als Ersatzbau, was Flächen spare und die Natur schone. In der Kombination als Kartenverkauf für die Luisenburg-Festspiele und Besucherzentrum für das Nationale Naturmonument Luisenburg-Felsenlabyrinth könne es gleichzeitig auch die Funktion eines Infozentrums für den Naturpark mit übernehmen. „Diese Synergien sparen für alle Beteiligten Ressourcen, insbesondere auch finanziell.“

Gestaffelte Preisgelder und Urkunden als Auszeichnung für ihre gelungenen Arbeiten durften alle Studierenden für ihre vorgestellten Entwürfe mit zurück nach Dortmund nehmen.

Die stolzen Sieger des Studentischen Wettbewerbs zur architektonischen Gestaltung eines Besucherzentrums auf der Luisenburg mit der Jury (von links nach rechts): Hermann Graser, Präsident des Deutschen Naturwerkstein-Verbands, Maximilian Krauße, Fabian Haase, Victoria Scherkamp, Prof. Christian Hartz, Felix Hampel, Landrat und Naturparkvorsitzender Peter Berek, Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber, Prof. Anne Hangebruch, Wunsiedels Bürgermeister Nicolas Lahovnik und Ronald Ledermüller, stellvertretender Geschäftsführer des Naturparks Fichtelgebirge. BILD: NATURPARK FICHTELGEBIRGE