Den Wald aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten, zukunftsfähig gestalten und gemeinsam ins Handeln kommen – unter diesem Leitgedanken stand das zweite gemeinsame Waldsymposium der Landkreise Hof und Wunsiedel i.Fichtelgebirge. Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung im Januar 2025 im Grünen Zentrum Münchberg luden die Landräte Dr. Oliver Bär und Peter Berek zusammen mit dem Behördenleiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bayreuth-Münchberg, Herrn Dr. Michael Schmidt, zu einem zweiten Vernetzungstreffen ins Oberfränkische Bauernhofmuseum Kleinlosnitz ein.
Im Schulterschluss der Akteure aus Forstwirtschaft, Jagdverbänden, Kommunen, Vereinen, Naturschutz, forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen sowie Privatwaldbesitzern wurde als Grundlage für die weiteren Schritte ein gemeinsames Vier-Säulen-Papier im Sinne einer Richtschnur mit vier zentralen Handlungsfeldern verabschiedet: Infrastruktur in den Wäldern, Jagd, Waldumbau und Öffentlichkeitsarbeit.
Infrastruktur in den Wäldern stärken
Neben der notwendigen Schaffung weiterer Lagerplätze, der Eruierung von Erschließungslücken im Wald sowie der regelmäßigen Durchführung von Rettungsübungen zur Vorbereitung auf Katastrophenfälle wurden die Wegeklassifizierung und der Wegeunterhalt im Wald diskutiert. „Unsere Wälder sind Wirtschaftsfaktor, Lebensraum, Erholungsort und zugleich unsere Heimat“, unterstreichen die Landräte Dr. Oliver Bär und Peter Berek. „Daher gilt es, die Interessen der Waldbesitzer gleichermaßen zu achten wie beispielsweise den Erhalt von ehrenamtlich gepflegten Qualitätswanderwegen in unserer vielfältigen Natur zu sichern und eine ausgewogene Balance zwischen Wild und Wald herzustellen“, stellen die Landräte heraus.
Jagd: regional, verantwortungsvoll, unverzichtbar
Im Bereich Jagd forderten die Teilnehmer mehr Eigenverantwortung und Flexibilität für die Jägerschaft – etwa bei Jagdzeiten und -methoden. Gleichzeitig soll die Vermarktung von Wildbret unterstützt werden. „Regionaler und nachhaltiger geht es kaum: Wild lebt frei, wird fachgerecht durch geschulte Jäger erlegt, vor Ort verarbeitet und vermarktet. Zugleich leistet die Jägerschaft mit ihrer Arbeit einen entscheidenden Beitrag zur natürlichen Verjüngung im Wald, indem Verbiss an jungen Bäumen reduziert wird“, wie Behördenleiter des AELF, Dr. Micheal Schmidt, erläutert.
