Wer in den kommenden Wochen am Landratsamt Wunsiedel i. Fichtelgebirge vorbeikommt, dem fällt es vielleicht auf: Die Grünflächen rund um das Gebäude sehen etwas wilder aus als gewohnt. Das hat einen guten Grund – das Landratsamt nimmt 2026 bereits zum dritten Mal am bundesweiten „Mähfreien Mai" teil und lässt den Rasenmäher ganz bewusst in der Ecke stehen.
Landrat Peter Berek freut sich über die Fortsetzung der Aktion: „Unser Fichtelgebirge lebt von seiner einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft. Dass wir auch als Landratsamt zeigen, dass Artenvielfalt direkt vor der eigenen Haustür beginnen kann, ist mir deshalb ein Anliegen. Ich würde mich freuen, wenn auch unsere Bürgerinnen und Bürger wieder mitmachen – denn jede Wiese, die blühen darf, ist ein kleiner Gewinn für unsere Region."
Das Prinzip dahinter ist so einfach wie wirkungsvoll: Wenn Wiesen im Frühjahr nicht gemäht werden, bekommen Wildpflanzen die Chance zu blühen. Davon profitieren Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und zahlreiche andere Insekten, die dort Nahrung und Unterschlupf finden. Gerade in Zeiten des Insektensterbens kommt Grünflächen in Städten und Gärten eine Schlüsselrolle zu.
„Das Umdenken hat bereits begonnen – immer mehr Menschen erkennen, dass eine blühende Wiese kein Zeichen von Vernachlässigung ist, sondern von Verantwortung", sagt Dr. Kristina Schröter, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landschaftspflege. „Und mitmachen ist denkbar einfach: Den Mäher stehen lassen, am besten bis Juni oder sogar Juli – die Insekten werden es danken. Wir merken, dass die Aktion in der Bevölkerung gut ankommt und immer mehr Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer umdenken. Im Sommer sorgen dann unsere Staudenflächen am Amt dafür, dass Insekten weiterhin Nahrung und Rückzugsräume finden."
Wer im eigenen Garten aktiv werden möchte, kann mit wenigen Maßnahmen viel erreichen, so die Biologin:
- Seltener mähen: Ein bis zwei Schnitte im Jahr sind für eine artenreiche Wiese in der Regel ausreichend.
- Mahdgut abräumen statt mulchen: Wird das Schnittgut entfernt, entzieht das dem Boden langfristig Nährstoffe – und gerade nährstoffarme Böden fördern eine besonders vielfältige Pflanzenwelt.
- Schnitthöhe anheben: Einfach den Rasenmäher etwas höher einstellen.
- Abschnittsweise mähen: Wer nicht die gesamte Fläche auf einmal mäht, gibt Insekten die Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen.
Hinweisschilder rund um das Landratsamt informieren auch in diesem Jahr über die Hintergründe der Aktion. Weitere Infos zum Thema finden Interessierte auch online: www.vielfaltsmacher.de
