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Daimler Truck in Cheb

Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge wird damit verbundene Chancen aktiv nutzen

Die geplante Ansiedlung von Daimler Truck im tschechischen Cheb wird den Wirtschaftsraum beiderseits der Grenze verändern. Welche Chancen und Risiken sich daraus für das Fichtelgebirge ergeben und welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen, damit beschäftigt sich der Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge bereits intensiv. Ein eigens dazu gebildeter Arbeitskreis ist zu einem ersten Treffen zusammengekommen, ein zweiter Termin ist bereits geplant.

Daimler Truck plant in Cheb einen neuen Montagestandort für Mercedes-Benz Trucks. Nach aktuellen Planungen soll dort eine Produktionskapazität von rund 25.000 Fahrzeugen pro Jahr entstehen, verbunden mit gut 1.000 neuen Arbeitsplätzen. Der Baubeginn ist vorbehaltlich der erforderlichen Genehmigungen für 2027 vorgesehen, der Produktionsstart zum Ende des Jahrzehnts.

„Eine Investition dieser Größenordnung wenige Kilometer von unserer Landkreisgrenze entfernt muss uns bewegen“, sagt Landrat Peter Berek, gleichzeitig Vorsitzender der Euregio Egrensis. „Cheb, das Fichtelgebirge und die Region Karlsbad sind wirtschaftlich längst eng miteinander verflochten. Wir denken die Grenzregion inzwischen als gemeinsamen Wirtschaftsraum. Deshalb dürfen wir nicht abwarten und befassen uns frühzeitig mit den Auswirkungen auf und mit den Chancen für das Fichtelgebirge. Wir bringen die richtigen Partner zusammen und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass unsere Unternehmen, unsere Kommunen und die Menschen in der Region von dieser Entwicklung profitieren können.“

Im Arbeitskreis, in dem neben dem Landkreis beispielsweise auch die Euregio Egrensis, die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter vertreten sind, werden die möglichen Auswirkungen der Ansiedlung aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und konkrete Handlungsfelder für die Region entwickelt.

Potenziale sieht der Landkreis insbesondere für Unternehmen aus den Bereichen Zulieferung, Logistik und Dienstleistungen. Auch zusätzlicher Wohnraumbedarf kann Chancen für die Kommunen auf deutscher Seite eröffnen. Gleichzeitig gilt es, Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt, die Verkehrsinfrastruktur und weitere Standortfaktoren frühzeitig in den Blick zu nehmen. Zu den Ansätzen, die derzeit geprüft werden, gehört eine grenzüberschreitende Potenzialraumanalyse, die Stärken, Entwicklungsmöglichkeiten und Risiken beider Seiten der Grenze systematisch untersucht. Wie eng der gemeinsame Arbeitsmarkt schon heute verflochten ist, zeigen die Pendlerzahlen: 2025 kamen nach den im Arbeitskreis vorgelegten Zahlen 2.629 tschechische Beschäftigte zur Arbeit in den Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge.

Parallel zur inhaltlichen Arbeit will der Landkreis den direkten Austausch über die Grenze hinweg weiter intensivieren. Kontakte zur Stadt Cheb, zur Region Karlsbad, zu Wirtschaftsakteuren auf tschechischer Seite und zu Daimler Truck sollen ausgebaut und die Möglichkeiten des Fichtelgebirges aktiv in diese Gespräche eingebracht werden. Dazu gehören wirtschaftliche Potenziale ebenso wie Gewerbestandorte sowie die Wohn- und Lebensqualität der Region.

„Eine Investition dieser Größenordnung direkt vor unserer Haustür kann zu einem echten Standortvorteil für das Fichtelgebirge werden“, betont Berek. „Diese Chance wollen wir nutzen. Wir haben viel zu bieten – für Unternehmen, die sich im Umfeld des neuen Werks ansiedeln wollen, ebenso wie für Menschen, die dort arbeiten und im Fichtelgebirge leben möchten.“

Beim nächsten Treffen des Arbeitskreises Anfang Oktober sollen die bisherigen Überlegungen weiter konkretisiert und nächste Schritte vereinbart werden.