Smartphone, Tablet und Gaming-Konsole gehören für Kinder heute ganz selbstverständlich zum Alltag. Viele bewegen sich dabei so sicher durch digitale Welten, als wären sie dort aufgewachsen – was faktisch auch zutrifft. Für Eltern hingegen stellen sich häufig Fragen, Unsicherheiten und nicht selten auch Konflikte. Was ist ok, wo muss ich mir Sorgen machen? Fragen, die durchaus berechtigt sind. Denn wie früh und wie intensiv Kinder inzwischen online unterwegs sind, zeigt die aktuelle KIM-Studie 2024 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest.
„Die intensive Internetnutzung beginnt zunehmend im Kindesalter: 54 Prozent der Kinder, die online sind, nutzen das Internet täglich – ein Anstieg um sieben Prozentpunkte im Vergleich zu 2022. Besonders dynamisch ist die Entwicklung bei den online aktiven Acht- bis Neunjährigen: Hier hat sich der Anteil der täglichen Nutzung innerhalb von zwei Jahren fast verdoppelt – von 23 Prozent auf 40 Prozent“, erläutert Christine Fischer vom PaSst-Team des Kreisjugendamtes. „Auch im Landkreis Wunsiedel merken wir, dass Kinder immer früher und intensiver online unterwegs sind. Umso wichtiger ist es, dass wir Eltern hier vor Ort konkrete Unterstützung anbieten.“
Vor diesem Hintergrund hat das PaSst-Team des Kreisjugendamtes Wunsiedel i. Fichtelgebirge gemeinsam mit dem BayernLab Wunsiedel und der Polizei die erfolgreiche Vortragsreihe „Digitale Welten: Souveräne Kinder – entspannte Eltern“ erneut angeboten. Der Auftakt erfolgte Ende Oktober 2025 in Marktredwitz, der Abschluss Ende Januar 2026 in Schönwald. Mit weiteren Stationen auch in Wunsiedel, Kirchenlamitz und Schönwald wurde nahezu der gesamte Landkreis abgedeckt. Insgesamt nahmen rund 300 Besucherinnen und Besucher an den Veranstaltungen teil.
„Wir haben uns bewusst dafür entschieden, einen Vortrag für Eltern anzubieten, da diesen bei der Erarbeitung der Medienkompetenz eine Schlüsselrolle zukommt. Sie haben es in der Hand, wo im Internet ihre Kinder unterwegs sind und wo nicht“, betont Sebastian Thoma vom PaSst-Team (Projekt "PaSst - Prävention an Schulen stärken"). Ziel sei es gewesen, Eltern für ihre Verantwortung zu sensibilisieren und ihnen konkrete Werkzeuge an die Hand zu geben, um ihre Kinder im Umgang mit digitalen Medien zu unterstützen und zu schützen.
Im Mittelpunkt der Vorträge standen zentrale Fragen wie: Wo lauern Gefahren im digitalen Raum? Wie kann ich mein Kind schützen? Und was sollten Eltern im digitalen Alltag unbedingt beachten? Beantwortet wurden diese von Winfried Wießmeier, dem Jugendkontaktbeamten der Polizeiinspektion Wunsiedel. Er ermutigte die Eltern, aktiv das Gespräch mit ihren Kindern zu suchen, Interesse an deren digitaler Lebenswelt zu zeigen und sie eng zu begleiten.
„Dazu gehört auch, unbequeme Entscheidungen zu treffen, etwa bestimmte Apps nicht zuzulassen, und Kindern die Risiken altersgerecht zu erklären“, so Christine Fischer weiter. „Es ist unerlässlich, auf allen Endgeräten geeignete Kinder- und Jugendschutzmaßnahmen einzurichten. Nur wenn Eltern, Schulen und Kinder sich intensiv mit der digitalen Lebenswelt auseinandersetzen, können Kinder zu souveränen und verantwortungsbewussten Nutzerinnen und Nutzern digitaler Medien heranwachsen.“
