Zum bereits dritten Symposium „Zukunft unserer Waldregion“, kurz „Waldsymposium“, hatten die Landkreise Hof und Wunsiedel i.F. in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bayreuth-Münchberg (AELF) eingeladen. Im Mittelpunkt des Vernetzungstreffens, das fachübergreifend die wesentlichen Akteure zu Thema Wald zusammenbringt, stand diesmal die Frage, wie unsere Region den Herausforderungen des Waldumbaus sowie den Folgen großflächiger Schad- und Kahlflächen begegnen kann. Dazu sprachen der Leiter des AELF Bayreuth-Münchberg, Dr. Christian Schmidt, und der Landschaftsökologe Prof. Dr. Hans Jürgen Böhmer.
Die Gastgeber Landrat Peter Berek und Landrat Dr. Oliver Bär begrüßten die Gäste im Sitzungssaal des Wunsiedler Landratsamtes. Landrat Berek dankte seinem Hofer Amtskollegen für die Initiative, das gemeinsame Format 2025 ins Leben zu rufen, und betonte das Potenzial der Region, entscheidende Aufgaben voranzubringen: „Denken wir an den Beitrag, den wir als ländliche Regionen leisten können. Denken wir an erneuerbare Energien, an Klimaschutz, an Erholung – das können die Metropolen nicht. Sprechen wir darüber, was für eine wichtige Arbeit wir leisten, für das gesamte Bayern und darüber hinaus.“ Zurückblickend auf die vorangegangenen Waldsymposien rief Landrat Dr. Bär die gemeinsam erarbeiteten Handlungsfelder ‚Vier Säulen der Zukunft unserer Waldregion‘ in Erinnerung: Infrastruktur, Jagd, Waldumbau und Öffentlichkeitsarbeit. „Unsere Wälder prägen die Region in vielfältiger Weise. Sie sind zugleich Wirtschaftsfaktor, Lebens-, Erholungs- und Schutzraum sowie Teil unserer Kulturlandschaft“, so Dr. Bär. „Zwei Waldsymposien haben 2025 eine Plattform des Austauschs und der Vernetzung geschaffen, auf die wir aufbauen. Wir versammeln die wichtigsten Akteure, um gemeinsam Strategien für einen widerstandsfähigen Wald zu entwickeln.“ Das Waldsymposium bringt Waldbesitzer, Jägerschaft, Forstunternehmen, Naturschutzverbände, Behörden, Naturparke und Tourismusverbänden zusammen.
Förderung des Waldumbaus für einen artenreichen Wald
Auch Dr. Christian Schmidt, Leiter des AELF Bayreuth-Münchberg, dankte dem Teilnehmerkreis für die kontinuierliche Mitwirkung und zeigte sich beeindruckt vom großen fachübergreifenden Engagement des Symposiums. In seinem Vortrag gab er einen Überblick über die bestehende finanzielle Förderung waldbaulicher Maßnahmen und informierte über Voraussetzungen und Ablauf der Antragstellung. Die Förderungszwecke, für die in Bayern eine Unterstützung möglich ist, sind mannigfaltig und reichen von der (Wieder-)Aufforstung, über Bewässerung, Bodenschutz, Bestandspflege, Anbauversuche, Bekämpfung von Rindenbrütern und der Erstellung von Forstbetriebsgutachten bis hin zu Mitteln für Saat und den Erhalt der Naturverjüngung. Mit den geförderten Maßnahmen werde in Bayern das Ziel verfolgt, einen artenreichen, strukturierten Wald zu schaffen, so Dr. Schmidt. Als Hilfestellung steht zudem zahlreiches Info- und Schulungsmaterial zur Durchführung von Maßnahmen online im bayerischen Waldbesitzer-Portal zur Verfügung.
„Es gibt kein anderes Bundesland, das sich den Waldumbau so viel kosten lässt, wie der Freistaat Bayern“, fasste Dr. Schmidt zusammen. Mit Stand Anfang Juni sei bereits die „überwältigende“ Anzahl von 1.039 Anträge eingegangen, was einem ein Plus von 50 Prozent entspricht. Den weitaus größten Anteil nehmen dabei Maßnahmen zur Wiederaufforstung ein. Im Ausblick auf das Jahr 2027 nannte der Behördenleiter Maßnahmen hinsichtlich der steigenden Waldbrandgefahr als einen Schwerpunkt.
