Kurz nach dem Beginn kämpft die Generalsanierung des Otto-Hahn-Gymnasiums Marktredwitz (OHG) mit einem unerwarteten Problem: Das beauftragte Planungsbüro hat Insolvenz angemeldet – noch bevor das Vorhaben richtig Fahrt aufnehmen konnte.
Erst im Januar 2026 war mit der Enthüllung der Bautafel der offizielle Startschuss für die Generalsanierung gefallen. Geplant ist eine umfassende bauliche, technische und pädagogische Modernisierung. Die Arbeiten hatten planmäßig begonnen; ein Interimsgebäude wurde bereits errichtet und in Betrieb genommen. Ausräum- und erste Rückbauarbeiten sind ebenfalls angelaufen.
Das rund 50 Millionen Euro schwere Vorhaben ist die historisch größte Bildungsinvestition des Landkreises Wunsiedel i. Fichtelgebirge. Der Einzugsbereich des OHG geht dabei über die Landkreisgrenze hinaus, alleine aus dem Nachbarlandkreis Tirschenreuth kommen mehr als 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler.
Die Insolvenz des beauftragten Planungsbüros Campus aus Baden-Württemberg ist nun für alle Beteiligten ein herber Rückschlag. Die Zusammenarbeit bestand bereits seit 2019, nachdem das Planungsbüro in einem Vergabeverfahren ausgewählt wurde. Die Projektverantwortlichen im Bauamt des Landkreises sehen sich mit einer schwierigen Lage konfrontiert, für die nun Lösungen gefunden werden müssen. Die Betroffenheit ist groß, nicht zuletzt mit Blick auf die gesamte Schulfamilie, die auf einen zügigen Start des Projekts gesetzt hat.
Seit dem Bekanntwerden der Insolvenz prüft das Bauamt mit Hochdruck alle Handlungsoptionen. Aktuell schnellstens den Stand der Planungsleistungen zu sichern sowie alle rechtlichen und vergaberechtlichen Fragen und Optionen aufzuarbeiten. Erst daraus werden sich belastbare Aussagen zum weiteren Vorgehen ergeben.
Landrat Peter Berek: „Die Insolvenz des Planungsbüros trifft uns alle ins Mark – nun gilt es, mit aller Kraft die Situation aufzuarbeiten und eine schnellstmögliche Fortsetzung des Projekts anzustreben. Auch wenn wir die Situation nicht zu verantworten haben, müssen wir für unser Projekt die Folgen der Insolvenz managen. Dem werden wir uns selbstverständlich stellen.“
