Während nahezu alle Landkreise in Bayern die Kreisumlage in diesem Jahr erhöhen, geht der Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge den entgegengesetzten Weg: Die Umlage sinkt um 0,4 Prozentpunkte auf 55,8 Prozent – ein bewusstes Signal in schwierigen Zeiten, trotz einer Erhöhung der Bezirksumlage um 2,3 Prozent. „Es ist ein ungewöhnlicher Schritt, das wissen wir, aber wir gehen ihn bewusst, einstimmig und durchdacht", sagt Landrat Peter Berek. „Wir reduzieren unsere Kreisumlage, weil wir unsere Gemeinden sonst in die Handlungsunfähigkeit treiben – und das können und wollen wir nicht verantworten. Der Haushalt 2026 ist mehr als auf Kante genäht, aber wir wollen und können – wenn alles gut geht – damit durch das Jahr kommen. Auch wenn die Einschnitte richtig schmerzhaft sind."
Der Kreistag steht hinter diesem Weg und hat den Haushalt für das Jahr 2026 am Abend einstimmig verabschiedet. Das Gesamtvolumen im Verwaltungshaushalt liegt bei 153,6 Millionen Euro, im Vermögenshaushalt bei 44,4 Millionen Euro.
Dass die Kreisumlage trotz erheblicher Belastungen gesenkt werden konnte, ist vor allem einem konsequenten Sparkurs in der Verwaltung zu verdanken – aber auch vereinzelten positiven Entwicklungen. So sind die Ausgaben im Bereich Soziales im Vergleich zum Vorjahr nur minimal gestiegen, gleichzeitig hat sich die Steuerumlagekraft im Landkreis etwas verbessert. Andere Posten hingegen schlagen erneut schwer zu Buche. Allein in der Jugendhilfe muss der Landkreis ein ungedecktes Defizit von rund 10,5 Millionen Euro schultern. Das Klinikum Fichtelgebirge erhält für das laufende Jahr einen Zuschuss von 1,2 Millionen Euro. Das Defizit des Klinikums liegt bereits im zweistelligen Millionenbereich und der erste Ausgleich für den Landkreis in Höhe von 14,6 Millionen Euro steht im Jahr 2028 an. „Diese Situation ist für mich besonders ärgerlich, weil wir hier finanztechnisch zwar über ein Defizit sprechen, tatsächlich aber handelt es sich um eine Unterfinanzierung unserer Krankenhausleistungen, für die der Bund verantwortlich ist.
