Wenn Schülerinnen und Schüler Probleme haben, zeigen sich diese oft zuerst im Schulalltag: Konzentrationsschwierigkeiten, Konflikte oder Rückzug. Genau hier setzt die Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) an – ein Angebot der Jugendhilfe, das in Bayern fest verankert ist und frühzeitig unterstützt, bevor sich Schwierigkeiten verfestigen. JaS ist eine Leistung des Kreisjugendamtes Wunsiedel.
Aktuell sind im Landkreis sechs JaS-Fachkräfte im Einsatz: an der Mittelschule Marktredwitz zwei, an den Förderzentren in Selb und Marktredwitz jeweils eine sowie je eine Fachkraft an den Mittelschulen in Wunsiedel und Selb. Drei der Mitarbeitenden sind direkt beim Kreisjugendamt angestellt, drei weitere Stellen liegen in der Trägerschaft der EJF. Eine ergänzende Förderung erfolgt durch die Regierung von Oberfranken, deckt jedoch nur noch einen vergleichsweise kleinen Teil der Personalkosten. Den überwiegenden Anteil trägt das Jugendamt – und damit die kommunale Ebene.
Doch alle Beteiligten sind sich einig: Dieser Einsatz zahlt sich aus. Jugendsozialarbeit wirkt nachhaltig. Sie stabilisiert junge Menschen frühzeitig, unterstützt Familien und entschärft Konflikte, bevor daraus größere Problemlagen entstehen. Dadurch können in vielen Fällen deutlich kostenintensivere Maßnahmen der Jugendhilfe vermieden werden. Für den Landkreis bedeutet das nicht nur eine soziale, sondern auch eine wirtschaftlich sinnvolle Investition.
Wie wirkungsvoll diese Unterstützung sein kann, zeigte sich auch bei einem Ferienprojekt an der Dr.-Franz-Bogner-Mittelschule Selb, welches von der JaS-Fachkraft Nicole Mauersberger durchgeführt wurde. Täglich trafen sich 20 Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen freiwillig um 9 Uhr in der Turnhalle und starteten mit einem gemeinsamen Frühstück in den Tag. Viele brachten selbstgebackene Kuchen mit – ein besonderes Highlight war eine Milka-Sahne-Torte eines Fünftklässlers. Im Anschluss arbeiteten die Kinder gemeinsam mit der Sozialpädagogin Nicole Mauersberger an Themen des sozialen Lernens. Nach kurzen Aufwärmspielen ging es unter anderem um Gemeinschaft, Zusammenhalt, Konfliktlösung und gewaltfreie Kommunikation. Die Gruppe entwickelte eigene Regeln für das Miteinander und setzte sich aktiv mit Teamfähigkeit auseinander. Spielerische Übungen sorgten dafür, dass die Inhalte nicht nur besprochen, sondern auch praktisch erlebt wurden. Besonders beeindruckend war, mit welcher Begeisterung und Offenheit die Kinder an den Angeboten teilgenommen haben. Dass Schülerinnen und Schüler freiwillig ihre Ferienzeit investiert haben, zeigt deutlich, wie wertvoll und gelungen dieses Projekt war.
