Die geplante Pflegereform sieht unter anderem Einsparungen in der häuslichen Pflege vor. Das halte ich für problematisch. Fast alle älteren und pflegebedürftigen Menschen möchten so lange wie möglich zu Hause leben. Dort fühlen sie sich sicher und wohl.
Wer Angehörige zuhause pflegt, reduziert häufig seine Arbeitszeit oder gibt den Beruf ganz auf. Besonders betroffen sind hier Frauen, da sie den größten Teil der Pflege zu Hause leisten. Wenn die Übernahme von Rentenversicherungsbeiträgen für pflegende Angehörige gekürzt wird, erwerben diese Frauen weniger Rentenansprüche und erhalten damit später eine niedrigere Rente.
Statt bei der häuslichen Pflege zu sparen, sollte die Politik diese besser unterstützen. Die Heimkosten steigen und steigen, und diejenigen, die zuhause gepflegt werden, entlasten die Heime, in denen überall Personal fehlt. Wo bleibt das Signal der Anerkennung, der Wertschätzung für zuhause Pflegende? Das Gegenteil scheint mir hier der Fall zu sein
Mehr Hilfe für Familien, ausreichend Pflegepersonal und eine gute Finanzierung sind wichtige Schritte. So können pflegebedürftige Menschen länger selbstständig zu Hause leben und pflegende Angehörige, besonders Frauen, werden besser unterstützt.
Kürzungen in der häuslichen Pflege sind keine gute Lösung. Sie belasten Pflegebedürftige, ihre Familien und besonders viele Frauen. Wenn Frauen wegen der Pflege weniger Rentenansprüche erwerben, führt das zu mehr Ungleichheit im Alter. Langfristig können solche Einsparungen mehr Probleme als Vorteile bringen.
