Aktuelle Informationen des Landschaftspflegeverbandes

im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge

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Im Winterhalbjahr werden im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge notwendige Gehölzpflegearbeiten an auswachsenden Hecken, Feldgehölzen, aber auch in Hohlwegen, Sandgruben und Feuchtgebieten durchgeführt. Der Naturpark Fichtelgebirge e.V. hat 2017/18 im gesamten Landkreis mehrere Projekte der Gehölzverjüngung bei der Regierung von Oberfranken und beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Münchberg beantragt. Diese werden sowohl über das Bayerische Landschaftspflege- und Naturparkprogramm als auch über die KULAP-Heckenerneuerung und die Europäische Union bezuschusst.
 
Die Landschaftsplanerin Gudrun-Frohmader-Heubeck vom Naturpark Fichtelgebirge hat dazu genaue Konzepte erstellt, die Genehmigung bei den Eigentümern und Fachbehörden eingeholt sowie Fördermittel beantragt. Derzeit werden bis zum Beginn der Brutvogelzeit in unserem Mittelgebirge einige Heckenpflegeaufträge in den Kommunen Marktredwitz, Schirnding, Höchstädt, Weissenstadt, Thiersheim, Röslau, Wunsiedel und Marktleuthen abgearbeitet. Fachkundige Landwirte des Maschinenrings Wunsiedel e.V., Eigentümer oder Anlieger lichten die von Gudrun Frohmader-Heubeck markierten Bäume und Sträucher aus und stapeln das Astwerk. Die Arbeiten erfolgen in zeitlichen Abschnitten, wenn die Gehölzdichte an Hecken
und Feldgehölzen groß ist, in einem Zug. Alle Maßnahmen des Naturparks Fichtelgebirge e.V. sind mit der unteren Naturschutzbehörde abgestimmt. 
 
Die Pflege dient dazu, unsere typische Kulturlandschaft zu wahren. Wenn in Gehölzstreifen die Pionierbäume (Birken, Weiden, Zitterpappeln, Fichtenanflug) zu groß und die Sträucher zu breit werden lässt, wird die Bewirtschaftung der benachbarten Landwirtschaftsflächen schwieriger. Wesentlich für den Naturpark Fichtelgebirge sind die geschützten Offenland-Biotope: Flachmoorbrachen, Torfstiche, Heiden, Sandgruben, Biotopgewässer und Gehölzsäume an mageren Grünland benötigen die Kontrolle von Aufwuchs, um blütenreich, besonnt und verbunden zu bleiben. Ohne geregelte Nutzung oder organisierter Pflege entsteht langfristig Wald, kein erstes Ziel in unserer strukturreichen Kulturlandschaft im inneren Fichtelgebirge. Wie Gudrun Frohmader-Heubeck erläutert, werden besondere Flurbäume, Altholz, Obstgehölz, Beerensträucher für die Heckenvögel herausgepflegt und Totholz, dort wo möglich, in den Gehölzstreifen belassen. Zitterpappel, Weiden, Birke, konkurrierende Eichen, Ahornbäume und überalterte Haseln etc. werden auf den Stock gesetzt. Die Baum- und Straucharten sind häufig ausschlagfähig und die gepflegten Gehölzflächen in der Regel bereits nach einem Jahr wieder dicht geschlossen. Auch beim Niederwildschutz haben wir im Fichtelgebirge beobachtet, dass Strauchhecken aus Rosen, Schlehen, Holunder, Ebereschen, Weißdorn und Haseln mit wenigen Hochstämmen interessanter sind für Rebhühner, Goldammern, Wildhasen und den Neuntöter. 
 
Heckenpflegen und Holzungen in Schutzgebieten sind seit Jahren Teil des jährlichen Landschaftspflegeprogrammes im Landkreis Wunsiedel i. Fgb. in den Wintermonaten. Mögliche Bedenken, dass unsere organisierte Pflege Gehölze komplett beseitigt, sind unbegründet. Auffallend ist das rasche Nachwachsen der Heckensträucher mit ihren Stockaustrieben durch
die verlängerte Vegetationsperiode, heute sogar schneller als vor 30 Jahren.
 
Wir bitten die Fußgänger entlang der betroffenen Flurwege mit derzeitigen Gehölzarbeiten in Lorenzreuth, Grafenreuth, Raithenbach, Schönbrunn, Grün, Birk, Habnith, Rügersgrün und Großwendern Vorsicht walten zu lassen und Absperrungen
zu beachten.
 
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Heckenpflege an einer Baum-Strauchhecke entlang eines Flurweges in Birk (Foto: Gudrun Frohmader-Heubeck)
 
Informationen dazu:
 
Naturpark Fichtelgebirge e.V.
Landschaftspflegeverband im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge
Dipl.-Ing. Landschaftsplanung Gudrun Frohmader-Heubeck
Jean-Paul-Straße 9
95632 Wunsiedel
Tel.-Nr.: 09232 80-522
Fax.-Nr.: 09232 809-522