Traubenkraut (Ambrosia spec.)

„Reizendes" Traubenkraut (Ambrosia spec., Ragweed) _Natur%2C%20Pflanze%2C%20Ambrosia

Traubenkraut (Ambrosia spec.) gehört zur Familie der Korbblütler. Als starke Allergieauslöser spielen drei Traubenkraut-Arten, das Beifuß-Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia), das Dreilappige Traubenkraut (Ambrosia trifida) und das Ausdauernde Traubenkraut (Ambrosia psilostachya), die größte Rolle.
Die in den USA heimischen und von der Bevölkerung „Ragweed" genannten Traubenkraut-Arten sind dort der häufigste Allergieauslöser. Etwa 10 % der US-Bevölkerung sind gegen die Pollen der verschiedenen Traubenkraut-Arten sensibilisiert. Ambrosien gehören zu den Spätblühern. Ihr Pollenflug beginnt erst im August und endet im Oktober/November. Dies ist eine Jahreszeit, in der für Heuschnupfen-Allergiker eigentlich Ruhe sein dürfte. Der Blütenstaub kann beim Allergiker Rhinitis (Fließschnupfen), Konjunktivitis (Bindehautentzündung) und allergisches Asthma auslösen. Typisch für eine Traubenkraut-Allergie ist, dass häufig auch außerhalb der Pollenflugzeit allergische Symptome auftreten. Die Berührung kann auch Hautreizungen auslösen.
Seit dem zweiten Weltkrieg breiten sich die Pflanzen auch in Europa aus. Sie wurden u. a. durch den Flug- und Schiffsverkehr, aber auch mit Saatgut und Getreide eingeschleppt. Heute existieren größere Vorkommen in Südfrankreich, Ungarn, Slowenien, Österreich, der Slowakei, Tschechien und Polen. In Wien ist der Anteil der Allergiker, die auf Traubenkraut reagieren, in fünf Jahren von 18 auf 37 % gestiegen. Inzwischen wächst Traubenkraut auch schon in Südschweden und Norditalien, in Deutschland vermehrt es sich ebenfalls erfolgreich. Es ist davon auszugehen, dass es sich in ganz Europa ausbreiten und an klinischer Relevanz zunehmen wird. Dies ist u. a. auf die klimatischen Veränderungen zurückzuführen. Die häufigste Ambrosia-Art in Deutschland ist bislang das Beifuß-Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia). Seine Samen werden vor allem durch nicht gereinigtes Wildvogel-Futter verbreitet, wenn die Sonnenblumenkerne aus mit Ambrosia verseuchten Feldern stammen. Verwechselt werden kann das Beifuß-Traubenkraut am leichtesten mit dem Gewöhnlichen Beifuß. Im Gegensatz zu diesem ist der Stängel abstehend behaart, und den Blättern fehlt unterseits ein anliegender grauer Filz. Die Blütenköpfchen ähneln winzigen, flachen, nach unten hängenden Lampenschirmchen.
Im Landkreis Wunsiedel gibt es derzeit schon mehrere bekannte Fundorte des Beifuß-Traubenkrautes. Im Fichtelgebirge ist die Art noch unbeständig und wächst am häufigsten unmittelbar neben Vogelfutterplätzen. Wer solche Pflanzen in seinem Garten findet, sollte sie mit Handschuhen herausreißen. Noch nicht blühende Pflanzen können selbst kompostiert oder mit der Biotonne entsorgt werden. Blühende und damit möglicherweise schon fruchtende Pflanzen gehören in den Restmüll, da sonst die Gefahr droht, dass die unzähligen Samen über den Kompost weiter verbreitet werden. Ambrosien können nur auf offenem Boden gedeihen. Durch regelmäßige Mahd wird das Traubenkraut zurückgedrängt. Auch auf Flächen mit dichtem Bewuchs ist es nicht konkurrenzfähig.

Ausführliche Informationen bietet die Internetseite www.ambrosiainfo.de.


Wie kann man die Ausbreitung der Ambrosie eindämmen:

Da die Beifußblättrige Ambrosie v.a. durch Vogelfutter verbreitet wird, hat man als Privatperson insofern eine Möglichkeit, etwas gegen die weitere Ausbreitung der Ambrosie zu tun, als man auf die Winterfütterung mit Vogelfutter verzichtet. Im Gegensatz zur landläufigen Annahme, dass die Vögel das winterliche Futter zum Überleben brauchen, ist Vogelfütterung
im Winter aus ökologischer Sicht nicht erforderlich. Der starke Rückgang vieler Vogelarten ist nicht auf den winterlichen Nahrungsengpass zurückzuführen, sondern auf andere Gefährdungsfaktoren, z.B. die Beeinträchtigung und Zerstörung ihrer Lebensräume. Die bestandsgefährdeten Vogelarten können durch die Winterfütterung nicht gerettet werden. Im Gegenteil begünstigt die Winterfütterung vor allem häufige und an den Menschen 42 angepasste Arten. Werden auch schwache und kranke Vögel über den Winter gebracht, konkurrieren im Folgefrühjahr insgesamt mehr Vögel um Nahrung und Brutplätze.

Anstatt einer künstlichen Fütterung kann man als Gartenbesitzer etwas für den Naturschutz tun, indem man z. B. Gartenstauden, Altgras oder Disteln im Herbst stehen lässt, da darin viele Larven von Insekten überwintern. Bäume, vor allem alte Obstbäume, liegen gebliebenes Laub und Komposthaufen bieten Vögeln ebenfalls ein reichhaltiges Nahrungsangebot.

Natürlich erfüllt für den Menschen die Winterfütterung auch den Zweck, durch Vogelbeobachtung Kontakt zur Natur herzustellen.
Wer darauf nicht verzichten möchte, sollte einige Hinweise beachten, um die Ausbreitung der Ambrosie nicht zu fördern:

  • Beim Kauf nach ambrosiafreiem Vogelfutter fragen: derzeit bestehen zwar noch keine Qualitätsnormen zur Ambrosiafreiheit – es besteht jedoch bereits Bewusstsein bei einigen Vogelfutterherstellern, das durch erhöhte Nachfrage noch gesteigert werden kann. In der Zeitschrift Ökotest von Dezember 2007 wird beispielsweise auf einen Anbieter verwiesen (Vitakraft), der Ambrosiafreiheit als Qualitätsmerkmal bereits anbietet.
  • Keine Vögel außerhalb von Privatgärten in der feien Natur füttern.
  • Da auch Vogelfutter für Vögel in Käfighaltung Ambrosia-Samen enthält, keine Futterreste und Käfigstreu auf den Kompost geben oder in die freie Landschaft entsorgen.
  • Sofern verunreinigtes Vogelfutter eingebracht wurde und Ambrosien in Privatgärten auftreten, die Pflanzen möglichst vor der Blüte bzw. der Samenbildung mit der Wurzelausreißen. Wegen möglicherweise auftretenden Hautreaktionen (Kontaktdermatitis) vorsorglich Handschuhe tragen. Wenn die Pflanzen bei der Maßnahme bereits blühen, ist der Gebrauch einer Staubmaske zum Schutz vor dem Pollen zu empfehlen; Allergiker sollten die Arbeit möglichst nicht selber verrichten. Die Pflanzen nicht kompostieren und nicht über den Biomüll, sondern über den Restmüll entsorgen. Die Fundstelleregelmäßig auf neue Vorkommen untersuchen.
Privatpersonen können sich auch am gezielten Monitoring beteiligen, indem sie größere Bestände an die BBA  E-mail: E-Mail mit Spamschutz
 
Einen Flyer finden Sie hier (bitte anklicken).


  
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