Deutsche Kurzzeitkennzeichen in Tschechien

Verwendung von deutschen Kurzzeitkennzeichen in Tschechien nicht erlaubt

 

Die deutsche Fahrzeugzulassungs-Verordnung (FZV) sieht bei Bedarf für Probe-, Prüfungs- und Überführungsfahrten mit nicht zugelassenen Fahrzeugen die Möglichkeit vor, auf Antrag Kurzzeitkennzeichen zuzuteilen (Kennzeichen mit einem gelben Feld). Da für ein solches Kennzeichen aber keine richtige Zulassung durchgeführt wird und auch keine international gültigen Fahrzeugpapiere ausgestellt werden, gilt das deutsche Kurzzeitkennzeichen auch nur auf Straßen im Inland. Im Ausland werden unsere Kurzzeitkennzeichen deshalb, wenn überhaupt, lediglich geduldet. Die Verwendung kann aber auch gegen geltendes Recht verstoßen und teils empfindlich bestraft werden.

Im Rahmen des Internetauftritts der tschechischen Polizei nehmen die dortigen Behörden jetzt genau dazu Stellung: 

 

Die Verwendung deutscher Kurzzeitkennzeichen im tschechischen Straßenverkehr ist eine Ordnungswidrigkeit und wird mit Geldbußen zwischen 5.000 CZK und 10.000 CZK sowie Fahrverbot zwischen sechs Monaten und einem Jahr bestraft. Kann die „grüne Versicherungskarte" als Nachweis über bestehenden Versicherungsschutz im Ausland nicht vorgezeigt werden, kann eine Geldbuße von bis zu 20.000 CZK oder ebenfalls ein Fahrverbot von bis zu einem Jahr verhängt werden.

 

Für die Überführung von Fahrzeugen ins Ausland ist das rechtlich sichere Mittel deshalb ein Ausfuhrkennzeichen (Kennzeichen mit einem roten Feld): Dazu wird unter  Vorlage der Fahrzeugdokumente, einer gültigen Hauptuntersuchung und einer besonderen Versicherungsbestätigung eine international anerkannte, zeitlich befristete Zulassung durchgeführt, einschließlich Ausstellung von bzw. Eintrag in die Zulassungsbescheinigung. 

Eine Zulassung mit einem Ausfuhrkennzeichen ist außerdem steuerpflichtig. Die Kfz-Steuer muss dazu entweder vor der Zulassung vom zuständigen Hauptzollamt berechnet und bei einer Zoll-Zahlstelle (z. B. in Selb) eingezahlt werden, oder
es muss bei der Zulassung eine Lastschrifteinzugsermächtigung (SEPA-Mandat mit IBAN und BIC) vorgelegt werden.