Maifeuer und Besenbrennen

Teilweise ab Spätherbst werden große Haufen mit brennbarem Material für das Maifeuer an Ort und Stelle zusammen getragen.
 
Leider muss immer wieder festgestellt werden, dass die Haufen Materialien enthalten, die als Abfall zu bezeichnen sind. Das Verbrennen dieser Materialien in freier Natur ist eine illegale Müllentsorgung, die Natur und Mensch mit Giftstoffen belastet. Die Brennmaterialien dürfen daher nur aus Reisig, Ästen, unbehandeltem, unbeschichtetem, naturbelassenem Holz oder trockenem Ernterückständen wie Stroh und Heu bestehen. Papiere, Pappen, Dachpappe, Folien, Kunststoffteile, Matratzen, Sperrmüll usw. müssen ordnungsgemäß entsorgt werden. Einzelheiten dazu können im Landratsamt unter der Tel.-Nr. 09232 80-521 erfragt werden.
 
Während einer längeren Lagerung des Brennmaterials im Winter oder Frühling richten sich hier Tiere häuslich ein. Das Reisig bietet ihnen einen idealen Schutz vor Feinden und Witterung. Solche Verstecke werden gern vom Igel angenommen. Im Frühling nutzen Vögel diese ideale Deckung zur Anlage von Nestern. Diese Bewohner ahnen nicht, dass sie samt ihrer Kinderstube in einem Scheiterhaufen leben.
 
Damit dies nicht passieren kann, sollte das Brennmaterial vor dem Anzünden umgeschlichtet werden!
 
Aber auch bei der Wahl des Feuerplatzes ist Rücksicht auf die Natur zu nehmen. Grundsätzlich verboten ist das Abbrennen von Feuern in Naturschutzgebieten, Naturdenkmälern und Geschützten Landschaftsbestandteilen. Auch gesetzlich geschützte Biotope und Lebensstätten dürfen nicht beeinträchtigt werden. Dazu gehören vor allem Gebüsche, Hecken, Feldgehölze, Hohlwege, Röhrichtbestände, Zwergstrauchheiden, Standorte mit Mager- und Trockenvegetation oder offenen Felsbildungen. Durch das Feuer dürfen auch keine Feldraine mit Altgrasbeständen entzündet werden, da diese Deckung und Nahrung für das Niederwild bieten.
 
Selbstverständlich darf Feuer nicht im Wald oder in einer Entfernung von weniger als 100 m davon entfacht werden. Wegen Rauch und Hitze ist außerdem auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand von mindestens 50 m zu Gebäuden und Bäumen zu achten.
 
Das Landratsamt weist darauf hin, dass Maifeuer bei der Gemeinde bzw. in gemeindefreien Gebieten, beim Landratsamt anzuzeigen sind.
 
Verstöße gegen die gesetzlichen Vorgaben können den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit darstellen und mit einem Bußgeld geahndet werden. Die Einhaltung der Vorschriften wird verstärkt überwacht.
 
Rückfragen zu diesem Thema können an die untere Naturschutzbehörde 09232 80-431 oder an das Sachgebiet Abfallrecht 09232 80-414 beim Landratsamt Wunsiedel i. Fichtelgebirge gerichtet werden.