Wegbefestigungen mit Bauschutt etc.

Voraussetzungen für den Einsatz von Recyclingbaustoffen im forstlichen und landwirtschaftlichen Wegebau


Im Interesse eines nachhaltigen Umganges mit Rohstoffen und eines effizienten Stoffkreislaufes können beim Bau von Waldwegen im Privat- und Körperschaftswald sowie im landwirtschaftlichen Wegebau Recycling-Baustoffe verwendet werden.
 
Für den Wegebau ist die Verwendung von schadstofffreien Recyclingbaustoffen aus der Bauschuttaufbereitung (kein Straßenaufbruch, keine Baustellenabfälle) zulässig, wenn das entsprechende Gelände nicht in einem Natur- oder Landschaftsschutzgebiet oder Wasserschutz- oder Überschwemmungsgebiet liegt. Negative Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt müssen ausgeschlossen sein. Eine Beeinträchtigung des Landschaftsbildes lässt sich durch eine Abdeckung mit einer Granitsandschicht vermeiden. Die Recyclingbaustoffe müssen von güteüberwachten Recyclingbetrieben hergestellt worden sein und den geltenden umwelttechnischen Anforderungen entsprechen.
 
Dies ist dann der Fall, wenn die Vorgaben des Leitfadens "Anforderungen an die Verwertung von Recycling-Baustoffen" eingehalten werden. (Dieser Leitfaden samt Einführungsschreiben steht hier zum Download bereit). Recyclingbaustoffe bis zu einer Menge von 5.000 m³, die nach Maßgabe dieses Leitfadens hergestellt sowie güteüberwacht wurden und die Richtwerte 1 des Leitfadens einhalten (RW 1 - Material) können - unter Einhaltung der Vorgaben für den Einbauort -  für den offenen Wegebau uneingeschränkt verwendet werden. Recyclingbaustoffe, welche die RW 1 - Werte überschreiten, die RW 2 - Werte des Leitfadens jedoch einhalten, können nur als gebundene Deckschicht, gebundene Tragschicht unter wenig durchlässige Deckschicht (Pflaster, Platten) oder ungebundene Tragschicht unter wasserundurchlässiger Deckschicht eingebaut werden.
 
Nach dem Einbau des Recyclingmaterials muss der Weg mit Kies, Schotter oder ähnlichem, den örtlichen Verhältnissen entsprechendem, Material abgedeckt werden.
 
Die Verwendung von nicht aufbereitetem, mit Baustellenabfällen (z. B. Kabelreste usw.) vermischtem, oder nicht oder nur grob gebrochenem Bauschutt - Dachschindeln, Ziegelsteine, Kacheln, Sanitärscherben - entspricht nicht einem ordnungsgemäßen Wegebau.  Das Landratsamt ist gehalten, die Entfernung nicht geeigneter Recyclingbaustoffe oder nicht in geeignete Gebiete eingebauter Recyclingbaustoffe kostenpflichtig anzuordnen.
 
Darüber hinaus kann ein solcher Einbau als Ordnungswidrigkeit geahndet werden; in besonders schweren Fällen kann sogar eine Umweltstraftat vorliegen, die bei der Staatsanwaltschaft angezeigt werden muss !
 
In jedem Fall empfehlenswert ist daher der Einbau in Absprache mit dem Landratsamt Wunsiedel.

Dieser Bauschutt musste wieder entfernt werden

ordnungsgemäßer Einbau