Artenschutz bei Tieren

Landkreisbedeutsame Tierarten:
 

Luchs

Luchs

Gelegentliche Luchsbeobachtungen gab es im Fichtelgebirge bereits vor ca. dreißig Jahren. Erst in den letzten 20 Jahren wurde nachgewiesen, dass sich die größte heimische Wildkatze im Fichtelgebirge wieder fortpflanzt. Luchse stehen unter strengem Schutz, das Töten ist eines Luchses ist eine Straftat. Wenn der Luchsberater feststellt, dass ein Haustier von einem Luchs gerissen wurde, kann eine Entschädigung gewährt werden (Luchsberaterin: Frau Gisela Kreipe, Tel.-Nr.: 09232 80-422). (Foto: Heinz Spath)

Wildkatze

Wildkatze

Mehrere aktuelle Beobachtungen der streng geschützten Wildkatze im Fichtelgebirge zeigen, dass diese streng geschützte Tierart sich auch hier wieder in geeigneten Waldgebieten ansiedelt. (Foto: Heinz Spath)

Fischotter

Fischotter

Der in Bayern vom Aussterben bedrohte und streng geschützte Fischotter kommt im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge vereinzelt in der Eger und in der Röslau sowie deren Seitenbächen vor. Der "Wassermarder" wurde früher so stark verfolgt, dass er in Deutschland fast völlig ausgestorben war. In der Eger konnten glücklicherweise einige Tiere bis heute überleben. Verkehrstod droht der Tierart bei der Überquerung von Straßen, da er enge Durchlässe nicht durchschwimmt. (Foto: Heinz Spath)

Biber

Biber

Seit einigen Jahren ist der streng geschützte Biber auch im Fichtelgebirge wieder heimisch und hat sich, ausgehend von der Eger, weiter ausgebreitet. Sein ursprünglicher Lebensraum ist die Weichholzaue an Gewässern, die jedoch der Mensch durch seine Wirtschaftsweise, durch Umwandlung in Grünland, Besiedlung und Fließgewässerausbau weitgehend beseitigt hat. Dies hat zur Folge, dass durch die Wiederansiedlung des Bibers erhebliche Nutzungskonflikte auftreten können. In diesem Fall können Sie sich mit Ihrem Anliegen an die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Wunsiedel i. Fichtelgebirge (Herr Stefan Schürmann, Tel.-Nr.: 09232 80-431) wenden.

Zweifarbfledermaus

Fledermäuse

Alle Fledermausarten sind in Deutschland streng geschützt. Im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge überwintern regelmäßig viele Fledermausarten in den charakteristischen Felsenkellern und anderen vor Frost geschützten Hohlräumen. Aber auch im Sommer sind seltene und vom Aussterben bedrohte Fledermausarten im Fichtelgebirge anzutreffen.

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Auerhahn

Auerhuhn

Das einzige autochthone Vorkommen des Auerhuhns in Bayern außerhalb der Alpen ist im Fichtelgebirge. Durch die Veränderung seines Lebensraumes gingen die Bestände alarmierend zurück. Die Gründung eines Arbeitskreises und wissenschaftliche Untersuchungen sollen das Aussterben der Art im Fichtelgebirge verhindern. Eigens für diese Art wurden Teile des Schneebergs als Vogelschutzgebiet (SPA) nach der EU-Vogelschutzrichtlinie ausgewiesen. (Foto: Heinz Spath)

Weissstorch

Weißstorch

Im Landkreis brüten aktuell  6 Paare des Weißstorches. (Foto: Weißstorch Horst in Marktleuthen)
Folgende Horste sind regelmäßig besetzt:

  • Kamin der ehem. Brauerei Köppel in Marktleuthen
  • Turm der Burg in Hohenberg an der Eger
  • Kamin der ehem. Brauerei "Bürgerbräu" in Selb
  • Ehem. Fabrikschlot in Weißenstadt
  • ev. Pfarrhaus in Arzberg
  • Wohnhaus an der Kirche in Thiersheim (erst seit 2015)

Allen, die in den vergangenen Jahren auf ihrem Gebäude einen Horst des Weißstorchs mit seinen Vor- und Nachteilen geduldet haben, sei hier herzlich gedankt!

In einem Radius von 3 km um den Horst müssen ausreichend Futterflächen vorhanden sein. Ideal sind nasse bis feuchte Wiesen und Weiden, Gräben, Kleingewässer und Teiche mit niedrigen Wasserstand und flachen Ufern. Hier findet der Storch ausreichend Kleingetier als Futter für die Jungvögel, wie Regenwürmer, Heuschrecken oder kleine Frösche und Molche. Ausgewachsene Weißstörche ernähren sich auch von  Tieren wie Mäusen, Kriechtieren und größeren Amphibien.

siehe auch LBV-Weißstorchkarte

Schwarzstorch

Schwarzstorch

Dieser nahe Verwandte des Weißstorches baut seinen Horst in abgelegenen, ruhigen Waldgebieten auf alten Bäumen. Der noch vor 20 Jahren in Deutschland äußerst seltene und menschenscheue Vogel hat sich erfreulicherweise wieder vermehrt. Im Fichtelgebirge gibt es inzwischen mehrere Brutpaare. Wie der Weißstorch ist er streng geschützt. (Foto: Heinz Spath)

Braunkehlchen

Wiesenbrüter im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge

Die Bekassine benötigt Sümpfe und Nasswiesen mit Tümpeln zur Nahrungssuche und Brut. Sie ist bereits in Ermangelung geeigneter Biotope im Landkreis aktuell kein Brutvogel mehr.
Der Kiebitz war einst im Fichtelgebirge ebenfalls häufiger anzutreffen. Er brütet gern in lückiger, niedriger Vegetation, z.B. auf extensiven Viehweiden, frisch angesätem Grünland, auf trocken gefallenen Teichböden und sogar auf Äckern. Auch seine Gelege sind durch bestimmte Formen der landwirtschaftlichen Nutzung bedroht. Aktuell gibt es keine sicheren Brutnachweise mehr.
Das Braunkehlchen dagegen hat seinen Brutplatz in strukturreichen Säumen und Brachen. Es benutzt Stauden, Büsche und Bäume als Singwarten bei der Revierabgrenzung. Reichlich Insektennahrung bieten ihm Hochstaudenfluren und extensive Weiden. Wo größere Anteile an Brachflächen die Landschaft bereichern, sind die Bestände des Braunkehlchens im Landkreis stabil. In den letzten Jahren sind seine Bestände überall alarmierend zurückgegangen. Die Ursachen werden derzeit erforscht.

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Ein weiterer typischer Bodenbrüter des Feuchtgrünlandes ist der Wiesenpieper. Die Ursache für seinen Rückgang im Landkreis liegt hauptsächlich darin, dass die Wiesen, auf denen er brütet, bereits gemäht werden, bevor er mit dem Brutgeschäft fertig ist. Die Gelege oder Jungvögel werden "ausgemäht". Ein weiterer Grund ist, dass Feuchtwiesen brach fallen und zu verbuschen beginnen. Der Wiesenpieper benötigt ein weites offenes Gelände und liebt keine Gehölze in seinem Umfeld.
Die Sicherung von Brut-, Nahrungs- und Aufzuchtbiotopen der auf Wiesen brütenden Vogelarten im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge wird über privatrechtliche Vereinbarungen wie die Förderprogramme des Naturschutzes angestrebt.

Moorfrosch

Moorfrosch

Moorfrösche lieben nährstoffarme, etwas moorige Gewässer. Die Männchen verfärben sich in der Paarungszeit blau. Wie alle heimischen Reptilien ist diese in Bayern seltene Art streng geschützt. Die Bestände sind durch intensive fischereiliche Nutzung bedroht. (Foto: Heinz Spath)

Kreuzotter

Kreuzotter

Diese heimische Schlangenart kommt verstreut in Waldsäumen, Mooren und Magerrasen des Landkreises Wunsiedel i. Fichtelgebirge vor. Sie ernährt sich u.a. von der ebenfalls hier verbreiteten Bergeidechse. Wie alle heimischen Reptilien ist die Kreuzotter gesetzlich geschützt und darf nicht getötet werden. Bedroht ist sie vor allem durch eine fortschreitende Zerstörung ihres Lebensraumes. (Foto: Michael Bresgott)

Goldener Scheckenfalter

Goldener Scheckenfalter

Diese streng geschützte Scheckenfalter-Art war früher auch im Fichtegebirge weit verbreitet und hat dramatisch abgenommen. Die Raupenfutterpflanzen sind in Kalkgebieten die Skabiose und im Grundgebirge wie dem Fichtelgebirge der Teufelsabbiss. Eigens für diesen Tagfalter wird ein Artenhilfsprojekt durchgeführt (Ansprechpartnerin: Frau Gisela Kreipe, Tel.-Nr.: 09232 80-422).

Flussperlmuschel

Flussperlmuschel

Als die Flußperlmuschel vor ca. 250 Jahren noch häufig in den nordostbayerischen Bächen anzutreffen war, lieferte sie die wertvollen Süßwasserperlen. Hoheitlich beauftragte Perlenfischer waren zuständig für die Überwachung der Bestände gegen illegalen Perlenraub, denn diese waren Eigentum des Landesherrn. Der Perlenbach und das Perlenhaus nördlich von Schönwald sind geschichtliche Zeugnisse aus dieser Zeit.
Die streng geschützte Flußperlmuschelmuschel benötigt saubere kalkarme Bäche als Lebensraum. Sie ist in Bayern vom Aussterben bedroht.
Die Ursachen hierfür sind vielfältig und liegen in der Veränderung der Gewässer: z. B. Dünger- und Chemikalien-Einträge aus der Land- und Teichwirtschaft, Einschwemmungen von Ackerböden (Erosion), Verockerung von Drainagen, Fichtenaufforstungen in den Quellbereichen und Auen, Gewässerversauerung.
Zur Fortpflanzung benötigt diese Musche als Wirtsfisch für ihre Larven die Bachforelle. Die Muscheln können ein hohes Alter erreichen. Wenn die Altbestände allerdings absterben, ohne dass Jungmuscheln vorhanden sind, droht die Art auszusterben um Erhalt dieser Muschelart wurden deshalb Schutzgebiete ausgewiesen und ein Artenhilfsprojekt eingerichtet. (Ansprechpartnerin: Frau Gisela Kreipe, Tel. 09232-80 422).